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Religion

Ist Europa (un)christlich?

1945 1960 1980 2000 2020
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Ostern - wieder hat unsere Gesellschaft eines der großen christlichen Hochfeste begangen. Der Papst segnete wie gewohnt Rom und den Erdkreis, beschwor die Menschen und die Völker, friedlich und gerecht zu sein. Aber - und darüber können die vollen Kirchen in diesen Tagen nicht hinwegtäuschen - das Fest ist längst ein Minderheitenprogramm. Für die meisten geht es zu Ostern nur mehr ums Geschäft, um Schokohasen und bunte Eier, um freie Tage und Urlaubsreisen.

Läßt sich angesichts dieser Entwicklungen überhaupt noch von einem "christlichen Europa" reden? Wohl nicht, und das ist auch sonst ganz augenfällig: Was wir sehen, ist ein von politisch-ökonmischen Machtkonstellationen beherrschtes Europa, nur interessiert an Marktfreiheit und Wohlstandsvermehrung.

Neuerdings wird zwar viel von der "europäischen Wertegemeinschaft" geredet. Aber welche Werte sind das? Christliche? Worin kommen sie zum Ausdruck? Wir erfahren derzeit nur, daß wir im Namen dieser Parole seit Monaten ins Eck' gestellt und öffentlich ausgepeitscht werden. Wir erleben die Wiederkehr von Sündenbockvorstellungen und des Freund-Feind-Denkens. Wie immer man dieses Vorgehen einschätzen mag - "christlich" ist es nicht.

Christlich wäre es, Feindschaften und Ausgrenzungen zu überbrücken. Wenn es Instanzen gibt, die das massiv zur Sprache bringen müßten, dann sind das die christlichen Kirchen. Die katholischen Bischöfe Österreichs haben auch kürzlich ein Wort zugunsten Österreichs und gegen ungerechtfertigte EU-Sanktionen gesprochen. Aber hat es jemand gehört? Will man es hören? Und wo bleiben deutliche Worte der belgischen oder französischen Amtsbrüder?

Ein Engagement der Kirche wäre sinnvoll und nützlich - man braucht sich nur daran zu erinnern, daß Bischofskonferenzen in der Vergangenheit erfolgreich Brücken gebaut und Versöhnung vorbereitet haben - wie etwa jene zwischen Deutschen und Polen. Nach dem totalen Krieg und der Degradierung der Polen zu Untermenschen ist es den Bischöfen beider Länder trotzdem gelungen, Verständigung auf den Weg zu bringen.

Es wäre wirklich an der Zeit, vernünftig - ohne Tabus und Orientierung an eigenen Interessen und Gefühlen - über den "Wert" des Vorgehens der Wertegemeinschaft gegen Österreich zu diskutieren.

Ostern - wieder hat unsere Gesellschaft eines der großen christlichen Hochfeste begangen. Der Papst segnete wie gewohnt Rom und den Erdkreis, beschwor die Menschen und die Völker, friedlich und gerecht zu sein. Aber - und darüber können die vollen Kirchen in diesen Tagen nicht hinwegtäuschen - das Fest ist längst ein Minderheitenprogramm. Für die meisten geht es zu Ostern nur mehr ums Geschäft, um Schokohasen und bunte Eier, um freie Tage und Urlaubsreisen.

Läßt sich angesichts dieser Entwicklungen überhaupt noch von einem "christlichen Europa" reden? Wohl nicht, und das ist auch sonst ganz augenfällig: Was wir sehen, ist ein von politisch-ökonmischen Machtkonstellationen beherrschtes Europa, nur interessiert an Marktfreiheit und Wohlstandsvermehrung.

Neuerdings wird zwar viel von der "europäischen Wertegemeinschaft" geredet. Aber welche Werte sind das? Christliche? Worin kommen sie zum Ausdruck? Wir erfahren derzeit nur, daß wir im Namen dieser Parole seit Monaten ins Eck' gestellt und öffentlich ausgepeitscht werden. Wir erleben die Wiederkehr von Sündenbockvorstellungen und des Freund-Feind-Denkens. Wie immer man dieses Vorgehen einschätzen mag - "christlich" ist es nicht.

Christlich wäre es, Feindschaften und Ausgrenzungen zu überbrücken. Wenn es Instanzen gibt, die das massiv zur Sprache bringen müßten, dann sind das die christlichen Kirchen. Die katholischen Bischöfe Österreichs haben auch kürzlich ein Wort zugunsten Österreichs und gegen ungerechtfertigte EU-Sanktionen gesprochen. Aber hat es jemand gehört? Will man es hören? Und wo bleiben deutliche Worte der belgischen oder französischen Amtsbrüder?

Ein Engagement der Kirche wäre sinnvoll und nützlich - man braucht sich nur daran zu erinnern, daß Bischofskonferenzen in der Vergangenheit erfolgreich Brücken gebaut und Versöhnung vorbereitet haben - wie etwa jene zwischen Deutschen und Polen. Nach dem totalen Krieg und der Degradierung der Polen zu Untermenschen ist es den Bischöfen beider Länder trotzdem gelungen, Verständigung auf den Weg zu bringen.

Es wäre wirklich an der Zeit, vernünftig - ohne Tabus und Orientierung an eigenen Interessen und Gefühlen - über den "Wert" des Vorgehens der Wertegemeinschaft gegen Österreich zu diskutieren.