Digital In Arbeit
International

Die verglühenden KLIMAZIELE

1945 1960 1980 2000 2020
1945 1960 1980 2000 2020

Laut Internationaler Energieagentur IEA wird der Bedarf an Primärenergie bis 2040 um 30 Prozent steigen, auch der an Erdöl.

Generell verhalten sich Weltkonjunktur und Treibhausgasemissionen deckungsgleich: Die Emissionen sinken ausschließlich in Zeiten von Wirtschaftskrisen.

Der Mensch ist ein höchst spirituelles Wesen. Soviel ist sicher, seit er die ersten Geschichten erfand, um sich die Welt zurechtzuinterpretieren. Die Welt kann in diesem Sinn so schön oder so hässlich sein, wie die Gedanken sie haben wollen. Der Spirit kann also vor einem identischen Szenario "up" oder "down" sein, je nach Betrachter. So ist das auch auf Weltklimakonferenzen, wo einander Politiker und Wissenschafter treffen, um über die Daten und Fakten von so neutralen chemischen Substanzen wie etwa Kohlendioxid zu reden. Denn vor den Fakten steht letztlich noch der Spirit -mit dem Daumen nach oben oder nach unten.

Geisterhafter Optimismus

So begab es sich im November des Vorjahres bei der Klimakonferenz in Bonn -einer mehrtägigen Zusammenkunft von über 30.000 Menschen, die sich in Sorge um das Weltklima ebendort zusammengefunden hatten. Nach einer Woche des Verhandelns zeigte der Daumen des Spirit nach oben, und im Schlussstatement hieß es sogar, dass über den Versammelten ein "Geist" schwebte, wie die Sprecherin der UN-Gastgeberorganisation, Patricia Espinosa, das ausdrückte: Es war laut Espinosa "der Geist von Paris" und gemeint war damit eine Klimakonferenz, die vor jener in Bonn stattgefunden hatte. Auf dieser Konferenz hatte sich die Welt auf eine Steigerung des CO2-Ausstoßes von nicht mehr als zwei Grad Celsius verpflichtet. Und dieser Spirit im Sinne des Klimaschutzes sei so stark, dass, so Espinosa, "die Reise, welche die Welt angetreten hat, eine unaufhaltsame Bewegung ist, die von allen Teilen der Gesellschaft rund um die Welt getragen wird". Was für ein schönes Bild. Es stimmt nur nicht. Denn derzeit ist die Welt zwar tatsächlich unaufhaltsam unterwegs, aber, vom Klimaschutzstandpunkt aus betrachtet, in die Gegenrichtung. Sie war noch nie so weit entfernt von ihren selbstgesteckten Zielen wie heute, und sie entfernt sich aufgrund mangelnder Anstrengungen auch immer mehr. Die Realität hieße also: Daumen nach unten.

Diese Behauptung lässt sich mit Fakten aus der Klimaforschung also allen daran beteiligten Wissenschaften -und aus der Politik beweisen. Zunächst geht es dabei um Studien verschiedener Institutionen, die schon auf der Klimakonferenz in Bonn kursierten, aber dort offensichtlich nicht in die Außendarstellung der Veranstalter und der teilnehmenden Regierungen passten.

Paradigma Growth-stupid

Zunächst die ökonomische Grundierung des Ganzen, welche auch die Ursache der Probleme ist: Unser globalgesellschaftliches Modell ist das einer Wachstumsgesellschaft. Unter diesem Modell gibt es keine sinkenden Treibhausgase -und wenn, dann nur unfreiwillig.

Das Jahr, in dem die entsprechenden Emissionen zuletzt weltweit zurückgingen, war das Jahr 2009, als die Wirtschaft in eine tiefe Rezession tauchte. Allein in der EU schrumpften laut europäischer Umweltagentur EEA damals nicht nur die Ökonomie um 4,4 Prozent, sondern auch die Emissionen um 7 Prozent oder 340 Millionen Tonnen. Generell gesagt, verhalten sich Weltkonjunktur und Treibhausgasemission deckungsgleich. Das lässt sich auch an den Konjunkturflauten in den frühen 80er-und 90er-Jahren. Auch damals -und nur damals -sanken die Emissionen. Das muss nicht weiter überraschen: Wo mehr produziert wird, wird mehr Energie verbraucht und umgekehrt. Aber man sollte auch den Mut haben, die Dinge beim Namen zu nennen: Es gibt demnach eine feststehende und unwiderlegte Gleichung für die globalisierte Industriegesellschaft: Geht es der Wirtschaft gut, geht es dem Klima schlecht.

Das ist wichtig, wenn es um die Zukunft geht und die dabei so oft erwähnten Enkelkinder: Denn nach dieser Erkenntnis ließe sich ihre Zukunft tatsächlich nur über Schrumpfung erkaufen. Und gemeint ist hier nicht Energieeffizienz und Nachhaltigkeit. Gemeint ist schmerzhafte Wirtschaftsschrumpfung. Denn die immer wieder bejubelte Umstellung von fossilen Energieträgern auf erneuerbare Energieträger bringt zwar erwiesenermaßen positive Effekte. Aber die werden durch das Wachstum und den damit zusammenhängenden Mehrverbrauch mehr als wieder wettgemacht.

5-7

Wenn die internationale Ölindustrie an ihren derzeit geplanten Investments und entsprechender Produktion festhält, würde das einem Klimaziel von fünf bis sieben Grad plus entsprechen.

Unaufhaltsamer Anstieg

Laut dem aktuellen World Energy Outlook der Internationalen Energieagentur IEA wird der Bedarf an Primärenergie bis 2040 um 30 Prozent steigen. In diese Berechnungen ist die Umorientierung zu einem sauberen Energiemix in Europa, China und Indien inbegriffen. Trotzdem kann nur weniger als die Hälfte des Mehrbedarfs durch erneuerbare Energieträger gedeckt werden. Daher die Schlussfolgerung der IEA: "Der Anstieg des Ölverbrauchs wird sich bis 2040 fortsetzen, wobei sich Mitte der 2020er noch ein kräftiges Wachstum zeigt."

Der Grund dafür liegt in der aktuellen ökonomischen Ordnung und einem Phänomen, das frei nach Bill Clinton "Growth stupid" genannt werden könnte. So wird es etwa bis 2040 doppelt so viele Autos geben wie heute, also zwei Milliarden Fahrzeuge. Aber nur 15 Prozent davon werden mit erneuerbaren Energien angetrieben werden. Mobilität, der wichtigste Faktor des modernen Warenhandels, bleibt also fossil getrieben. An der klimarelevanten Wucht dieses Faktums kann der bestgemeinte Diesel-Bann in Städten nichts ändern. Nehmen wir nicht den Worst-, sondern den Best Case an, dem die IEA folgt: Die EU und auch einige US-Bundesstaaten halten demnach ihre Versprechen und senken ihren Erdölbedarf bis 2040 um insgesamt 230 Megatonnen Öl. Schön, meint man. Doch im gleichen Zeitraum wird der Ölverbrauch in Südamerika, Afrika, Indien, China und Südostasien aufgrund des BIP-Wachstums um 3.300 Megatonnen steigen.

Dabei wurde speziell in China eine Senkung des Wachstumsverbrauchs in den kommenden Jahren eingepreist, die keineswegs abgemachte Sache ist. Bliebe die Energieeffizienz auf dem heutigen Niveau, läge China nicht bei 790 Millionen zusätzlich verbrachter Megatonnen Erdöl, sondern bei 1500 Megatonnen. Dass dieser Verbrauch so hoch bleibt, liegt ebenfalls wieder an der Logik des Wachstums, die auf niedrige Energiepreise angewiesen ist. In diesem Sinn rechnen die Energieexperten zu einem weiteren Anstieg der Ausbeutung von Schiefergas und Schieferöl in den USA -bis zu acht Millionen Barrel täglich. Mit paradoxer Konsequenz: In einer Zeit, in der die Welt sich bemüht, fossile Energie auszublenden, verzeichnet die Wirtschaftsnation Nummer 1 den stärksten Zuwachs an Erdölförderung, den je ein Land der Welt erreicht hat.

Nicht zuletzt aufgrund dieser Prognosen haben sich auch die Finanzmärkte noch lange nicht vom Öl verabschiedet. Im Gegenteil. Saudi Arabien plant gerade den Börsengang seines staatlichen Aramco-Konzerns. Es dürfte mit 100 Milliarden Dollar der größte in der Geschichte des Aktienhandels werden. Geht es nach den Investments, welche die Öl-und Gasindustrie zuletzt getroffen haben, und nach dem geplanten Produktionsniveau weltweit, dann würde das Klimaziel um mehr als 5 Grad verfehlt werden und im Jahr 2100 bei 7,8 Grad liegen, wie eine Simulation eines Londoner Nachhaltigkeits-Unternehmens ergab, das derzeit bei Klimaforschern für Aufsehen sorgt.

Selbst die angekündigten politischen Vorhaben würden demnach derzeit das Ziel von 2 Grad glatt verfehlen und 3,5 Grad ergeben. Realistisch seien, so der Report, 4,1 Grad-Erwärmung statt der gefeierten 2,0 Grad. Was das bedeuten würde? Unter anderem wäre der Amazonas-Regenwald gefährdet, die Wüsten in Afrika und auf der arabischen Halbinsel würden sich ausbreiten. Der Meeresspiegel würde drastisch ansteigen - manchen Berechnungen zufolge um mehrere Meter. Milliarden Menschen in Küstenregionen würden heimatlos. Die Migrationsbewegungen würden jedenfalls weltweit drastisch zunehmen. Was schließlich eine politische Realität in ein grelles Licht rückt. Ausgerechnet jene rechten Politiker, die am meisten Angst vor der Migration schüren, sind es doch, die auch den Klimawandel am hartnäckigsten leugnen und am liebsten ohne Klimaschutzabkommen weitermachen würden. Wie wird man über die Trumps sprechen im Jahr 2100? Als jene, die ausgelöst haben, wovor sie warnten -selbsterfüllende Propheten der Ignoranz.

2040 wird es doppelt so viele Autos geben wie heute, also etwa zwei Milliarden. Aber nur 15 Prozent davon werden mit erneuerbaren Energien angetrieben werden.

Laut Internationaler Energieagentur IEA wird der Bedarf an Primärenergie bis 2040 um 30 Prozent steigen, auch der an Erdöl.

Generell verhalten sich Weltkonjunktur und Treibhausgasemissionen deckungsgleich: Die Emissionen sinken ausschließlich in Zeiten von Wirtschaftskrisen.

Der Mensch ist ein höchst spirituelles Wesen. Soviel ist sicher, seit er die ersten Geschichten erfand, um sich die Welt zurechtzuinterpretieren. Die Welt kann in diesem Sinn so schön oder so hässlich sein, wie die Gedanken sie haben wollen. Der Spirit kann also vor einem identischen Szenario "up" oder "down" sein, je nach Betrachter. So ist das auch auf Weltklimakonferenzen, wo einander Politiker und Wissenschafter treffen, um über die Daten und Fakten von so neutralen chemischen Substanzen wie etwa Kohlendioxid zu reden. Denn vor den Fakten steht letztlich noch der Spirit -mit dem Daumen nach oben oder nach unten.

Geisterhafter Optimismus

So begab es sich im November des Vorjahres bei der Klimakonferenz in Bonn -einer mehrtägigen Zusammenkunft von über 30.000 Menschen, die sich in Sorge um das Weltklima ebendort zusammengefunden hatten. Nach einer Woche des Verhandelns zeigte der Daumen des Spirit nach oben, und im Schlussstatement hieß es sogar, dass über den Versammelten ein "Geist" schwebte, wie die Sprecherin der UN-Gastgeberorganisation, Patricia Espinosa, das ausdrückte: Es war laut Espinosa "der Geist von Paris" und gemeint war damit eine Klimakonferenz, die vor jener in Bonn stattgefunden hatte. Auf dieser Konferenz hatte sich die Welt auf eine Steigerung des CO2-Ausstoßes von nicht mehr als zwei Grad Celsius verpflichtet. Und dieser Spirit im Sinne des Klimaschutzes sei so stark, dass, so Espinosa, "die Reise, welche die Welt angetreten hat, eine unaufhaltsame Bewegung ist, die von allen Teilen der Gesellschaft rund um die Welt getragen wird". Was für ein schönes Bild. Es stimmt nur nicht. Denn derzeit ist die Welt zwar tatsächlich unaufhaltsam unterwegs, aber, vom Klimaschutzstandpunkt aus betrachtet, in die Gegenrichtung. Sie war noch nie so weit entfernt von ihren selbstgesteckten Zielen wie heute, und sie entfernt sich aufgrund mangelnder Anstrengungen auch immer mehr. Die Realität hieße also: Daumen nach unten.

Diese Behauptung lässt sich mit Fakten aus der Klimaforschung also allen daran beteiligten Wissenschaften -und aus der Politik beweisen. Zunächst geht es dabei um Studien verschiedener Institutionen, die schon auf der Klimakonferenz in Bonn kursierten, aber dort offensichtlich nicht in die Außendarstellung der Veranstalter und der teilnehmenden Regierungen passten.

Paradigma Growth-stupid

Zunächst die ökonomische Grundierung des Ganzen, welche auch die Ursache der Probleme ist: Unser globalgesellschaftliches Modell ist das einer Wachstumsgesellschaft. Unter diesem Modell gibt es keine sinkenden Treibhausgase -und wenn, dann nur unfreiwillig.

Das Jahr, in dem die entsprechenden Emissionen zuletzt weltweit zurückgingen, war das Jahr 2009, als die Wirtschaft in eine tiefe Rezession tauchte. Allein in der EU schrumpften laut europäischer Umweltagentur EEA damals nicht nur die Ökonomie um 4,4 Prozent, sondern auch die Emissionen um 7 Prozent oder 340 Millionen Tonnen. Generell gesagt, verhalten sich Weltkonjunktur und Treibhausgasemission deckungsgleich. Das lässt sich auch an den Konjunkturflauten in den frühen 80er-und 90er-Jahren. Auch damals -und nur damals -sanken die Emissionen. Das muss nicht weiter überraschen: Wo mehr produziert wird, wird mehr Energie verbraucht und umgekehrt. Aber man sollte auch den Mut haben, die Dinge beim Namen zu nennen: Es gibt demnach eine feststehende und unwiderlegte Gleichung für die globalisierte Industriegesellschaft: Geht es der Wirtschaft gut, geht es dem Klima schlecht.

Das ist wichtig, wenn es um die Zukunft geht und die dabei so oft erwähnten Enkelkinder: Denn nach dieser Erkenntnis ließe sich ihre Zukunft tatsächlich nur über Schrumpfung erkaufen. Und gemeint ist hier nicht Energieeffizienz und Nachhaltigkeit. Gemeint ist schmerzhafte Wirtschaftsschrumpfung. Denn die immer wieder bejubelte Umstellung von fossilen Energieträgern auf erneuerbare Energieträger bringt zwar erwiesenermaßen positive Effekte. Aber die werden durch das Wachstum und den damit zusammenhängenden Mehrverbrauch mehr als wieder wettgemacht.

5-7

Wenn die internationale Ölindustrie an ihren derzeit geplanten Investments und entsprechender Produktion festhält, würde das einem Klimaziel von fünf bis sieben Grad plus entsprechen.

Unaufhaltsamer Anstieg

Laut dem aktuellen World Energy Outlook der Internationalen Energieagentur IEA wird der Bedarf an Primärenergie bis 2040 um 30 Prozent steigen. In diese Berechnungen ist die Umorientierung zu einem sauberen Energiemix in Europa, China und Indien inbegriffen. Trotzdem kann nur weniger als die Hälfte des Mehrbedarfs durch erneuerbare Energieträger gedeckt werden. Daher die Schlussfolgerung der IEA: "Der Anstieg des Ölverbrauchs wird sich bis 2040 fortsetzen, wobei sich Mitte der 2020er noch ein kräftiges Wachstum zeigt."

Der Grund dafür liegt in der aktuellen ökonomischen Ordnung und einem Phänomen, das frei nach Bill Clinton "Growth stupid" genannt werden könnte. So wird es etwa bis 2040 doppelt so viele Autos geben wie heute, also zwei Milliarden Fahrzeuge. Aber nur 15 Prozent davon werden mit erneuerbaren Energien angetrieben werden. Mobilität, der wichtigste Faktor des modernen Warenhandels, bleibt also fossil getrieben. An der klimarelevanten Wucht dieses Faktums kann der bestgemeinte Diesel-Bann in Städten nichts ändern. Nehmen wir nicht den Worst-, sondern den Best Case an, dem die IEA folgt: Die EU und auch einige US-Bundesstaaten halten demnach ihre Versprechen und senken ihren Erdölbedarf bis 2040 um insgesamt 230 Megatonnen Öl. Schön, meint man. Doch im gleichen Zeitraum wird der Ölverbrauch in Südamerika, Afrika, Indien, China und Südostasien aufgrund des BIP-Wachstums um 3.300 Megatonnen steigen.

Dabei wurde speziell in China eine Senkung des Wachstumsverbrauchs in den kommenden Jahren eingepreist, die keineswegs abgemachte Sache ist. Bliebe die Energieeffizienz auf dem heutigen Niveau, läge China nicht bei 790 Millionen zusätzlich verbrachter Megatonnen Erdöl, sondern bei 1500 Megatonnen. Dass dieser Verbrauch so hoch bleibt, liegt ebenfalls wieder an der Logik des Wachstums, die auf niedrige Energiepreise angewiesen ist. In diesem Sinn rechnen die Energieexperten zu einem weiteren Anstieg der Ausbeutung von Schiefergas und Schieferöl in den USA -bis zu acht Millionen Barrel täglich. Mit paradoxer Konsequenz: In einer Zeit, in der die Welt sich bemüht, fossile Energie auszublenden, verzeichnet die Wirtschaftsnation Nummer 1 den stärksten Zuwachs an Erdölförderung, den je ein Land der Welt erreicht hat.

Nicht zuletzt aufgrund dieser Prognosen haben sich auch die Finanzmärkte noch lange nicht vom Öl verabschiedet. Im Gegenteil. Saudi Arabien plant gerade den Börsengang seines staatlichen Aramco-Konzerns. Es dürfte mit 100 Milliarden Dollar der größte in der Geschichte des Aktienhandels werden. Geht es nach den Investments, welche die Öl-und Gasindustrie zuletzt getroffen haben, und nach dem geplanten Produktionsniveau weltweit, dann würde das Klimaziel um mehr als 5 Grad verfehlt werden und im Jahr 2100 bei 7,8 Grad liegen, wie eine Simulation eines Londoner Nachhaltigkeits-Unternehmens ergab, das derzeit bei Klimaforschern für Aufsehen sorgt.

Selbst die angekündigten politischen Vorhaben würden demnach derzeit das Ziel von 2 Grad glatt verfehlen und 3,5 Grad ergeben. Realistisch seien, so der Report, 4,1 Grad-Erwärmung statt der gefeierten 2,0 Grad. Was das bedeuten würde? Unter anderem wäre der Amazonas-Regenwald gefährdet, die Wüsten in Afrika und auf der arabischen Halbinsel würden sich ausbreiten. Der Meeresspiegel würde drastisch ansteigen - manchen Berechnungen zufolge um mehrere Meter. Milliarden Menschen in Küstenregionen würden heimatlos. Die Migrationsbewegungen würden jedenfalls weltweit drastisch zunehmen. Was schließlich eine politische Realität in ein grelles Licht rückt. Ausgerechnet jene rechten Politiker, die am meisten Angst vor der Migration schüren, sind es doch, die auch den Klimawandel am hartnäckigsten leugnen und am liebsten ohne Klimaschutzabkommen weitermachen würden. Wie wird man über die Trumps sprechen im Jahr 2100? Als jene, die ausgelöst haben, wovor sie warnten -selbsterfüllende Propheten der Ignoranz.

2040 wird es doppelt so viele Autos geben wie heute, also etwa zwei Milliarden. Aber nur 15 Prozent davon werden mit erneuerbaren Energien angetrieben werden.