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Das Leben der Anderen

covid 19 gebärdensprache - © Illustration: Rainer Messerklinger
Gesellschaft

UN-Behindertenrechtskonvention: Versäumnisse bei der Umsetzung!

1945 1960 1980 2000 2020

Die Lücken und Versäumnisse bei der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention offenbaren sich derzeit verstärkt. Menschen mit Behinderungen werden noch mehr ausgegrenzt, Entwicklungserfolge bedroht. Ein Gastkommentar.

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Die Lücken und Versäumnisse bei der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention offenbaren sich derzeit verstärkt. Menschen mit Behinderungen werden noch mehr ausgegrenzt, Entwicklungserfolge bedroht. Ein Gastkommentar.

Wie geht es Menschen mit Behinderungen in ärmeren Regionen, wenn die Coronakrise selbst reiche Länder beutelt und überall die Armut wächst? Aktuelle Zahlen der Vereinten Nationen und der Weltbank lassen Schlimmes befürchten. Covid-19 verstärkt globale Schieflagen, und Menschen mit Behinderungen könnten leicht zu den Vergessenen der Pandemie werden. Regierungen und Entwicklungspartner sind gefordert, die Ärmsten nicht zu übersehen und bei allen Maßnahmen zur Krisenbewältigung Inklusion als Richtschnur zu verwenden. Denn wir brauchen eine Politik mit Blick auf die Menschen.

Die gleiche Würde aller sollte gerade in schwierigen Zeiten im Mittelpunkt stehen. Laut Prognose der Weltbank könnten nächstes Jahr global 150 Millionen Menschen zusätzlich in extremer Armut leben. Mit diesem Anstieg entfernen wir uns gefährlich von den in der Agenda 2030 gesteckten Zielen für nachhaltige Entwicklung. Menschen mit Behinderungen sind bereits ohne Pandemie überdurchschnittlich von Armut betroffen, denn 80 Prozent dieser rund einen Milliarde Menschen weltweit leben in ärmeren Weltregionen, und wir wissen bereits aus früheren Krisen, dass genau sie bei humanitären Hilfsmaßnahmen großteils nicht angemessen berücksichtigt werden.

Auftrag zur Geschwisterlichkeit

Fast jeden Tag erreichen „Licht für die Welt“ erschütternde Berichte aus unseren afrikanischen Partnerländern. Eine Mutter in einem unserer Programme in Kenia erzählt, dass sie ihr kleines Geschäft zusperren musste und jetzt die Epilepsie-Medikamente für ihren Sohn nicht mehr bezahlen kann. Oder ein Lehrer in Uganda, der selbst eine körperliche Behinderung hat, verlor durch die Schließung der Schule sein Gehalt und weiß nicht, wie er seine Familie ernähren soll. Unser Partnerland Mosambik war im Frühjahr wieder von Überflutungen betroffen, und Corona hat anschließend zu einer dramatischen Ernährungslage geführt.