Heger - © APA / AFP / Tomas Benedikovic

Pfingsten in Bratislava

1945 1960 1980 2000 2020

In Österreichs Nachbarland bekleidet seit dem 1. April ein wiedergeborener Christ das Amt des Regierungschefs.

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In Österreichs Nachbarland bekleidet seit dem 1. April ein wiedergeborener Christ das Amt des Regierungschefs.

Als Sebastian Kurz sich am 16. Juni 2019 in der Wiener Stadthalle von einem evangelikalen Prediger segnen ließ, erregte dies einiges Aufsehen, zumal auch Kardinal Schönborn anwesend war. Von einem Engagement des damaligen Altkanzlers im pfingstkirchlichen Milieu ist jedoch bis dato nichts bekannt geworden.

Ganz anders verhält es sich bei Eduard Heger, seit dem 1. April 2021 Ministerpräsident der Slowakei und schon am 4. Mai zu Besuch bei Kurz in Wien. Am 3. Mai 1976 in Bratislava in eine kirchenferne Familie geboren, erlebte er nach dem plötzlichen Tod seines Vaters eine Konversion. Während eines langen Aufenthalts in den USA vertiefte sich Hegers Glaube, bestärkt durch Vorträge aus der „Gemeinschaft beim Dom zum heiligen Martin“, die ihm eine Bekannte nachschickte. Nach seiner Rückkehr wurde er ein tragendes Mitglied dieser Gemeinschaft, die sich als „Gemeinschaft von Christen“ bezeichnet, „denen an unserem Land gelegen ist und daran, dass in unserem Volk die wahren geistlichen Werte aufgewühlt werden“. Ihre Identität sei „in der katholischen Kirche“ verankert, man sei jedoch „offen auch für Schwestern und Brüder aus anderen Denominationen“. Heger selbst spricht von sich nur neutral als einem Christen und Gläubigen.

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