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Wer das Sagen hat

Philsophicum Lech_Liessmann_klein - © Florian Lechner
Wissen

„Eliten sind strukturell bigott“

1945 1960 1980 2000 2020

Der Philosoph Konrad Paul Liessmann über „Doppelmoral“ als altes Eliten-Problem, leistungsfeindliche Signale und das globale Phänomen „Fridays for Future“.

1945 1960 1980 2000 2020

Der Philosoph Konrad Paul Liessmann über „Doppelmoral“ als altes Eliten-Problem, leistungsfeindliche Signale und das globale Phänomen „Fridays for Future“.

Konrad Paul Liessmann ist emeritierter Professor für Philosophie an der Universität Wien, mehrfach ausgezeichneter Kulturpublizist und seit 1996 wissenschaftlicher Leiter des Philosophicum Lech. Sein jüngstes Buch hat er gemeinsam mit dem Schriftsteller Michael Köhlmeier verfasst („Der werfe den ersten Stein. Mythologisch-philosophische Verdammungen“, Hanser 2019). Die FURCHE traf ihn beim Philosophicum zum Gespräch.

DIE FURCHE: Unsere Gesellschaft befindet sich im rasanten Wandel. Was bedeutet das für die sogenannten Eliten?
Konrad Paul Liessmann: Der Einfluss der alten Eliten ist zweifellos im Schwinden – politisch, kulturell und ökonomisch. Ein simples Beispiel: Die alten Eliten hätten ihre Kinder unbedingt auf ein humanistisches Gymnasium geschickt. Solche Gymnasien gibt es heute kaum mehr, weil sie immer weniger nachgefragt sind. Neue Eliten achten darauf, dass ihre Kinder nicht mehr Latein oder Griechisch, sondern möglichst früh Englisch und womöglich auch Mandarin lernen.

DIE FURCHE: Ob das so pauschal gilt, darüber kann man streiten Aber wer sind überhaupt die neuen Eliten?
Liessmann: Dazu zählen Wissenschaftler, Künstler oder Manager und Unternehmer aus Start-ups und Konzernen. Sie sind mobil, globalisiert und unterscheiden sich stark von den bürgerlichen oder gar aristokratischen Eliten. Salopp könnte man sagen, die alten Eliten leben von der Berufung auf ihre Tradition und Herkunft; die neuen Eliten hingegen von ihrer Verhaftung in der Zukunft. Sie wollen ein Zukunftsprojekt realisieren. Wie sehr sie damit aber auch ihre Wertvorstellungen realisieren, ist kritisch zu hinterfragen. Zwischen der gelebten Praxis und dem rhetorischen bzw. ideologischen Überbau, den sich die Eliten selbst verpassen, herrscht oft eine Kluft. Die neuen Eliten propagieren Universalismus, während sie de facto einem eindeutig westlichen Lebenskonzept folgen und sich nicht wirklich anerkennend mit anderen Wertesystemen auseinandersetzen. Man gibt sich tolerant. Aber wehe, jemand entpuppt sich als Nationalist!

DIE FURCHE: Zwischen den akademischen und den politischen Eliten gibt es oft ein Spannungsverhältnis. Der türkis-blauen Regierung wurde etwa vorgeworfen, nicht extrem auf Experten geachtet zu haben.
Liessmann: Dass die verflossene türkis-blaue Regierung sich nicht mit Experten umgeben hat, stimmt so nicht ganz. Bildungsminister Faßmann kam außerdem direkt aus der Wissenschaft. Dass eine Partei nicht jene Experten berufen wird, die einer konkurrierenden Partei nahestehen, ist doch klar. Das war auch früher bei sozialdemokratisch geführten Regierungen der Fall. So gesehen ist das ein lächerlicher Vorwurf. Es gibt freilich eine politische Haltung, Experten bewusst zu propagieren, um ihnen stärkeres Gehör zu verschaffen, wie dies Bruno Kreisky in seinem ers­ten Wahlkampf getan hat.

Konrad Paul Liessmann ist emeritierter Professor für Philosophie an der Universität Wien, mehrfach ausgezeichneter Kulturpublizist und seit 1996 wissenschaftlicher Leiter des Philosophicum Lech. Sein jüngstes Buch hat er gemeinsam mit dem Schriftsteller Michael Köhlmeier verfasst („Der werfe den ersten Stein. Mythologisch-philosophische Verdammungen“, Hanser 2019). Die FURCHE traf ihn beim Philosophicum zum Gespräch.

DIE FURCHE: Unsere Gesellschaft befindet sich im rasanten Wandel. Was bedeutet das für die sogenannten Eliten?
Konrad Paul Liessmann: Der Einfluss der alten Eliten ist zweifellos im Schwinden – politisch, kulturell und ökonomisch. Ein simples Beispiel: Die alten Eliten hätten ihre Kinder unbedingt auf ein humanistisches Gymnasium geschickt. Solche Gymnasien gibt es heute kaum mehr, weil sie immer weniger nachgefragt sind. Neue Eliten achten darauf, dass ihre Kinder nicht mehr Latein oder Griechisch, sondern möglichst früh Englisch und womöglich auch Mandarin lernen.

DIE FURCHE: Ob das so pauschal gilt, darüber kann man streiten Aber wer sind überhaupt die neuen Eliten?
Liessmann: Dazu zählen Wissenschaftler, Künstler oder Manager und Unternehmer aus Start-ups und Konzernen. Sie sind mobil, globalisiert und unterscheiden sich stark von den bürgerlichen oder gar aristokratischen Eliten. Salopp könnte man sagen, die alten Eliten leben von der Berufung auf ihre Tradition und Herkunft; die neuen Eliten hingegen von ihrer Verhaftung in der Zukunft. Sie wollen ein Zukunftsprojekt realisieren. Wie sehr sie damit aber auch ihre Wertvorstellungen realisieren, ist kritisch zu hinterfragen. Zwischen der gelebten Praxis und dem rhetorischen bzw. ideologischen Überbau, den sich die Eliten selbst verpassen, herrscht oft eine Kluft. Die neuen Eliten propagieren Universalismus, während sie de facto einem eindeutig westlichen Lebenskonzept folgen und sich nicht wirklich anerkennend mit anderen Wertesystemen auseinandersetzen. Man gibt sich tolerant. Aber wehe, jemand entpuppt sich als Nationalist!

DIE FURCHE: Zwischen den akademischen und den politischen Eliten gibt es oft ein Spannungsverhältnis. Der türkis-blauen Regierung wurde etwa vorgeworfen, nicht extrem auf Experten geachtet zu haben.
Liessmann: Dass die verflossene türkis-blaue Regierung sich nicht mit Experten umgeben hat, stimmt so nicht ganz. Bildungsminister Faßmann kam außerdem direkt aus der Wissenschaft. Dass eine Partei nicht jene Experten berufen wird, die einer konkurrierenden Partei nahestehen, ist doch klar. Das war auch früher bei sozialdemokratisch geführten Regierungen der Fall. So gesehen ist das ein lächerlicher Vorwurf. Es gibt freilich eine politische Haltung, Experten bewusst zu propagieren, um ihnen stärkeres Gehör zu verschaffen, wie dies Bruno Kreisky in seinem ers­ten Wahlkampf getan hat.

Wenn alle beim Lebensstil zurückschrauben sollten, müssten eigentlich die Eliten mit gutem Beispiel vorangehen.

DIE FURCHE: Aber viele werfen der ehemaligen Regierung vor, sich bewusst über Expertenempfehlungen hinweggesetzt zu haben – vom Rauchverbot bis zu Tempo 140 auf Autobahnen ...
Liessmann: Den Rat von Experten kann jede Regierung in den Wind schlagen. Auch bei der letzten Großen Koalition könnte man genug Beispiele anführen, wo der Rat von Experten nicht berücksichtigt wurde. Umwelt- und Klimaexperten sagen den Regierungen – egal welcher Zusammensetzung – seit Jahren und Jahrzehnten, was zu tun wäre, ohne dass entsprechende Maßnahmen gesetzt wurden. Sonst hätten wir jetzt diese Misere nicht. Es ist ja nicht so, dass erst Greta Thunberg erkannt hätte, welche Probleme am Horizont drohen.

DIE FURCHE: Das heutige Konzept der Elite verdankt sich dem bürgerlichen Leistungsdenken, wie es sich seit dem 18. Jahrhundert zu formieren begann. Liegt das Problem der heutigen Verunsicherung nicht gerade darin, dass Leistung allein oft nicht mehr ausreicht, um gesellschaftlichen Aufstieg zu garantieren – ja dass die Mittelschicht, die jeden Tag sehr viel leistet, sogar von Abstiegsängsten geplagt wird, während das Einkommen der ökonomischen Eliten weiterhin steigt – und diese auch bei offensichtlichem Versagen horrende Abfindungen bekommen? Dass also Leistung und Erfolg zunehmend entkoppelt wurden?
Liessmann: Das ist zweifellos ein Riesenproblem. Das Konzept von Leistungseliten bricht in sich zusammen, wenn man es völlig unplausibel erscheinen lässt, was Leis­tung überhaupt ist und wie man durch Leis­tung noch sozialen Aufstieg schafft. Wenn die Manager, die den britischen Reisekonzern Thomas Cook in den Ruin geführt haben, mehrstellige Millionensummen pro Jahr kassiert haben, fragt man sich zurecht: Was war deren Leistung? Für so viel Geld einen Konzern ruinieren, das kann doch jeder!

DIE FURCHE: Das könnte ich sicherlich auch!
Liessmann: (lacht) In den letzten Jahrzehnten ist da einiges aus dem Lot geraten. Es geht hier aber nicht um Neid. Tatsächlich sind die Signale, die an die Gesellschaft ausgesendet werden, fatal. Wenn man in einer bestimmten Position ist, kann man offensichtlich tun und lassen, was man will: Auf jeden Fall wird man überproportional dafür entlohnt. Andererseits gibt es zahlreiche Positionen, in denen man sich jede Woche abstrampelt und gerade einmal so viel verdient, dass man ein Dach über dem Kopf hat. Das ist keine Botschaft, die zur Leistung motiviert!

Will man Motivation und Leistungsbereitschaft stärken, müsste man den Faktor Arbeit steuerlich entlasten.

DIE FURCHE: Wie könnte man dieser Entwicklung gegensteuern?
Liessmann: Es geht um die Selbstverantwortung der Eliten: Wenn diese ein so hohes Maß an Verantwortung und Leis­tungsbereitschaft für sich beanspruchen, müssten sie dafür sorgen, dass der Zusammenhang zwischen Leistung und Honorierung wieder viel stärker sichtbar wird – nicht nur für die jeweiligen Unternehmen, sondern auch für die Gesamtgesellschaft. Es hätte ja auch sein können, dass die Manager von Thomas Cook so anständig gewesen wären und ihren Bonus nicht angenommen hätten. Sie hätten selbst dann nicht am Hungertuch genagt. So aber hinterlässt das einen mehr als schalen Nachgeschmack ...

DIE FURCHE: Aber gibt es nicht auch Eliten, die gleichsam moralisch vorangehen, also so etwas wie „Anstandseliten“ sind?
Liessmann: Es ist bemerkenswert, dass sich die politischen und wirtschaftlichen Eliten meist ohnehin für solche „Anstandseliten“ halten – nur wenn es an die eigenen Interessen geht, ist der Anstand rasch weg. Deshalb ist Doppelmoral ein altes Problem der Eliten. Man könnte auch sagen, Eliten sind strukturell bigott. Schon in der Antike haben Philosophen darüber geklagt, dass die Aristokraten nicht mehr das erfüllen, was sie versprechen. Im Mittelalter gab es die Kritik, dass die adelige Ritterschaft nichts mehr Ritterliches an sich hat, sondern bereits vollkommen degeneriert sei. Solche Urteile misst man oft an idealisierten Erzählungen über die Vergangenheit. Ähnliches gilt für die bürgerlichen Eliten zur Gründerzeit des Kapitalismus, die angeblich noch echten Anstand, Sparsamkeit und Integrität verkörpert haben sollen.

DIE FURCHE: Beim Philosophicum wurden auch alternative Steuermodelle diskutiert, um das Leistungsprinzip zu stärken. Was halten Sie davon?
Liessmann: Wenn man Motivation und individuelle Leistungsbereitschaft stärken will, müsste man den Faktor Arbeit steuerlich entlasten und die Ansammlung von Vermögen, das nicht auf unmittelbarer Leis­tung beruht, stärker besteuern. Ich verstehe nicht, dass die Besteuerung großer Erbschaften und Vermögen in Österreich derart emotionale Debatten hervorruft, wo es hierzulande überhaupt keine Steuern dafür gibt – während es andererseits ganz selbstverständlich erscheint, dass schon bei mittleren Einkommen fast die Hälfte des Lohns versteuert wird. Solange das so bleibt, wird die individuelle Leistungsbereitschaft nicht unbedingt zunehmen. Das verhindert übrigens auch die breitere Streuung individueller Vermögensbildung in der Bevölkerung.

Wenn die Manager, die den Reisekonzern Thomas Cook in den Ruin geführt haben, mehrstellige Millionensummen pro Jahr kassiert haben, fragt man sich zurecht: Was war deren Leistung?

DIE FURCHE: Kommen wir zur Leistungsmessung. Im Sport ist das noch einfach, aber in anderen Bereichen wird es schwieriger, insbesondere in Kunst und Wissenschaft. Teilen Sie die Kritik, dass in der Wissenschaft die Kriterien zu einseitig geworden sind – Stichwort „Quantität statt Qualität“?
Liessmann: Die aktuellen bibliometrischen Verfahren in der Wissenschaft sind bis zu einem gewissen Grad sogar leis­tungsfeindlich. Man glaubt, scheinbar objektive Messungen vorzunehmen, unterliegt aber einer Mystifikation der Messung. Allzu starke Standardisierungen sorgen dafür, dass originelle Köpfe und wirkliche wissenschaftliche Innovationen kaum noch eine Chance haben – weil sie eben nicht dem Mainstream entsprechen. Gerade in der Wissenschaft ist es verhängnisvoll, nur den Mainstream zu fördern.

DIE FURCHE: Eliten fungieren als Avantgarde für Einstellungen und Lebensweisen, die dann ihren Weg in die Mitte der Gesellschaft finden. Sie haben in Ihrem Vortrag angmerkt, dass die Eliten, deren exklusives Vorrecht einst die grenzenlose Mobilität war, heute die „Flugscham“ und den Klimaschutz propagieren würden. Aber der große Antrieb in Sachen Klimaschutz kommt doch viel eher von unten: „Fridays for Future“ ist eine globale Bewegung, angestoßen von einer 16-jährigen Schülerin ...
Liessmann: Einerseits ja, andererseits sind das Kinder aus Wohlstandsgesellschaften, die von der Klimakrise noch nicht akut betroffen sind. Im globalen Maßstab ist das ein Elitenprojekt. Und die politischen Eliten hängen sich nun das moralische Mäntelchen um, um eine Klimakonferenz nach der anderen zu veranstalten. Sie jetten dorthin, um zu verkünden, dass die Menschen „da draußen“ ihr Mobilitätsverhalten ändern sollten. Das ist die typische Doppelmoral. Das größere Problem sind freilich Verhaltensweisen und Konsumgewohnheiten, die zunächst von Eliten praktiziert und dann durch die Massenproduktion universalisiert worden sind. Das droht heute zur Katastrophe zu werden – nicht weil die Elite so lebt, sondern weil alle wie die Elite leben wollen. Solange Autofahren das Privileg von ein paar Reichen blieb, gab es noch kein Umweltproblem. Erst wenn fast alle ein Auto haben, kann man auf die aberwitzige Idee kommen, Innenstädte zu entvölkern und Einkaufszentren am Rand der Städte zu bauen. Man hat hier eine völlig falsche Politik verfolgt, inspiriert durch das Mobilitätsverhalten der Eliten. Wenn aber jetzt alle beim Lebensstil zurückschrauben sollten, müssten eigentlich die Eliten die Ersten sein, die mit gutem Beispiel vorangehen.

DIE FURCHE: Eine zentrale Frage beim Philosophicum war auch das Verhältnis von Eliten und Demokratie. Ist es für die Zukunft der Demokratie nicht beunruhigend, wenn es in Wahlen immer weniger um den Wettstreit von Argumenten und Ideen und immer mehr um die Inszenierung und Selbstdarstellung der „Partei-Eliten“ geht?
Liessmann: Ja, aber der wahre Grund für diesen Mangel an kompetitiven Themen und Ideen liegt wohl darin, dass sich im Großen und Ganzen ohnehin alle einig sind. Im Wahlkampf ging es doch nur um unterschiedliche Nuancen; im Grunde wollte niemand etwas radikal Anderes. Alle sagen, wir wollen den Kapitalismus, aber sozial und ökologisch verträglich; wir wollen eine Bildung, die Chancengleichheit eröffnet, aber auch Exzellenz produziert; wir wollen das Klima schützen, aber nicht zulasten der Menschen. Auf diese Stehsätze der Politik können sich alle relevanten „Player“ einigen. Uneins wird man erst nach der Wahl, wenn es darum geht, diese „Ja, aber“-Überschriften konkret umzusetzen.

DIE FURCHE: Ist das ein struktureller Fehler im politischen System?
Liessmann: Nein, das zeigt nur, dass unser Vorrat an originellen politischen Ideen sehr begrenzt ist. Darum halte ich die These von der Spaltung der Gesellschaft auf der politischen Ebene für völlig falsch. Von ziemlich rechts bis ziemlich links stimmten die Parteien noch nie so überein wie heute. Es gibt keine wirklich kontroversen Gesellschaftskonzepte mehr. Man könnte es auch positiv sehen: In den grundsätzlichen Fragen, wie wir unser Gemeinwesen organisieren, herrscht ziemliche Einigkeit.

Hier lesen Sie weitere Gedanken zum Thema "Elite" von der Philosophin Isolde Charim und von der Politologin Lisa Herzog, die beim Philosophicum Lech den Tractatus-Preis 2019 erhalten hat.

Fakt

Tractatus-Preis 2019

Jenseits des Lohnerwerbs

Dass sie sich verändern wird, ist klar – was aber bedeutet Arbeit im digitalen Zeitalter? Werden uns die Jobs ausgehen, weil die Roboter sie uns bald wegnehmen? Oder steuern wir auf ein „Goldenes Zeitalter“ zu, in dem niemand mehr wirklich arbeiten muss? Eine kritische Auseinandersetzung damit darf weder solchen Lock- noch Unkenrufen Glauben schenken, so die deutsche Philosophin Lisa Herzog in ihrem Buch „Die Rettung der Arbeit“ (vgl. auch ihre Positionen zum Thema "Elite", die sie beim Philosophicum formuliert, nachzulesen hier). Denn Arbeit ist weit mehr als nur Lohnerwerb; sie kann Sinn stiften, Respekt verschaffen, Zugehörigkeit vermitteln. Eine so verstandene Arbeit will die Autorin mit ihrem „politischen Aufruf“ in die Zukunft retten. Dafür wurde der Professorin am „Centre for Philosophy, ­Politics and Economics“ der Universität Groningen nun der Tractatus-Preis für philosophische Essayistik verliehen. Mit 25.000 Euro ist das einer der höchstdotierten Buchpreise im deutschen Sprachraum. Die Preisverleihung erfolgte am 27. September im feierlichen Rahmen des Philosophicum Lech.

Die Rettung der Arbeit.jpg - © Hanser Verlag
© Hanser Verlag
Buch

Die Rettung der Arbeit. Ein politischer Aufruf

Von Lisa Herzog.

Hanser Verlag, Berlin 2019.

224 S., geb., € 22,70