Doping
Wissen

Lektionen des „Lerndopings“

1945 1960 1980 2000 2020

Ein guter Teil der Studierenden ist an Mitteln zur Leistungssteigerung interessiert. Manche greifen dabei auch zu gefährlichen „Smart Pills“.

1945 1960 1980 2000 2020

Ein guter Teil der Studierenden ist an Mitteln zur Leistungssteigerung interessiert. Manche greifen dabei auch zu gefährlichen „Smart Pills“.

Das Wintersemester neigt sich dem Ende zu, im Jänner stehen für die Studierenden viele Prüfungen auf der Tagesordnung. Das Semester ist abzuschließen, Eltern dürfen nicht enttäuscht werden. Der Leistungsdruck ist allgegenwärtig. Die Zahl der Studenten, die unter psychischem Druck leiden, ist in den letzten Jahren nachweislich gestiegen. Laut ÖH Wien haben sich im letzten Jahr mehr als 1100 Hilfesuchende in psychologische Betreuung begeben. Heuer ergab eine vom Wiener Institut für Jugendkulturforschung durchgeführte Studie, dass knapp zwei Drittel von 400 befragten Jugendlichen ihre Leistung in Schule oder Ausbildung verbessern wollen. Um mit dem Druck umzugehen, haben rund ebenso viele auf pharmakologische Hilfsmittel zurückgegriffen: in erster Linie auf „Energy-Drinks“, ferner auch Cannabis, Vitaminpräparate, Nahrungsergänzungsmittel, Homöopathika und Koffeintabletten. Der Anteil jener, die dafür bereits rezeptpflichtige Substanzen einnahmen, liegt demnach bei zwei bis sechs Prozent.

„Wie eine Maschine gefühlt“

Im Gespräch mit der FURCHE erzählt Magdalena Mayerhofer (Name von der Redaktion geändert) über ihre Erfahrungen mit „Lerndoping“. Sie studierte Rechtswissenschaften in Wien und arbeitete während ihres Studiums immer Teilzeit bei kleineren Unternehmen oder engagierte sich ehrenamtlich für NGOs. Uni und Freizeit standen daher ständig im Konflikt miteinander. Zeit, beides unter einen Hut zu bringen, war eine Herausforderung. „Es wurde von einem erwartet, dass man immer gut gelaunt und putzmunter um 8.30 Uhr im Büro sitzt und dann am Abend natürlich noch auf einen After-Work Drink mitkommt“, erzählt Mayerhofer. Konzentrationsschwächen, ständige Müdigkeit und quälende Lustlosigkeit schlichen sich durch die Belastung in den Alltag ein. Nebenbei das Studium auch noch zu händeln, löste einen schier unüberwindbaren Druck bei der angehenden Juristin aus.

Sie suchte sich Hilfe. „Ich begab mich in psychotherapeutische Behandlung, wo mir dann von meiner Fachärztin für Psychiatrie Mittel verschrieben wurden, die meine Stimmung verbessern und sich auch auf meine Konzentration auswirken sollten. Mir wurde zugesichert, ich könne auch ‚stärkere‘ Mittel bekommen, wenn es nötig wäre.“