Feuilleton

Teleworking: Arbeiten von Zuhause

1945 1960 1980 2000 2020

Die eigenen vier Wände werden für immer mehr Menschen zum Arbeitsplatz. Innovative Architekten reagieren auf die Entwicklung zur Heimarbeit.

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Die eigenen vier Wände werden für immer mehr Menschen zum Arbeitsplatz. Innovative Architekten reagieren auf die Entwicklung zur Heimarbeit.

Das Phänomen Telearbeit ist jung: der Mikrozensus des Statistischen Zentralamts erfasste es erstmals 1997. Damals arbeiteten 51.600 Österreicher zumindest eine Stunde pro Tag "berufsmäßig zu Hause am PC", im Jahr 2000 waren es 140.600. Die strikteste Definition von Telearbeit erfordert acht Stunden Arbeit am PC daheim, das Ergebnis wird mittels Datenleitung, E-Mail, Telefon oder Fax übertragen: 57.800 solcher Vollzeit-Telearbeiter zählte die Statistik 2000, drei Jahre davor waren es noch 21.800. Die wachsende Gruppe vernetzter Heimarbeiter braucht Wohnungen mit technischer Infrastruktur.

Multimediale Wohnungen für Trendsetter

Die ersten Wohnbauträger reagieren schon auf die flexible Arbeitswelt: seit 1998 bietet die Vorarlberger Hefel Wohnbau "multimediale Wohnungen für Trendsetter" an. "Journalisten, freie Mitarbeiter in Medien oder Werbung, die viel zu Hause arbeiten, ziehen bei uns ein", erklärt Roland Witsch, IT-Manager der Firma. Der elektronische Ausstattungsstandard liegt über der Norm: Breitbandinternetanschluss, Unterhaltungselektronik, Sicherheitsausstattung, elektronischer Babysitter.

Der Hausbote und Diener "James", die Schnittstelle zwischen Technik, Nutzer und Internet, managt alles, sein menschlicher Herr muss kein Spezialist sein. Eine bauliche Trennung zwischen Wohnen und Arbeiten gibt es nicht, ob man seine Zimmer für Kinder oder als Büro nutzt, steht jedem frei. Etwa 100 Multimedia-Häuser baut Hefel pro Jahr, zehn bis 15 davon sind Einfamilienhäuser. Eine "multimediale" Dreizimmerwohnung mit 71 Quadratmetern, Autoabstellplatz, Kellerabteil, Balkon und Dachterrasse kommt auf 2,7 Millionen Schilling.