The Heart of Dubai - © Foto: Genoveva Kriechbaum, Bildrecht, Wien, 2020
Ausstellung

"Nach uns die Sintflut": Schöner Schauder

1945 1960 1980 2000 2020

Der Klimawandel stellt uns vor große Probleme. Das zeigt die aktuelle Ausstellung „Nach uns die Sintflut“ im "Kunst Haus Wien" – mit zum Teil großartigen Werken.

1945 1960 1980 2000 2020

Der Klimawandel stellt uns vor große Probleme. Das zeigt die aktuelle Ausstellung „Nach uns die Sintflut“ im "Kunst Haus Wien" – mit zum Teil großartigen Werken.

Der Gepatschferner ist Österreichs zweitgrößter Gletscher, der, als Folge der Klimaerwärmung, Jahr für Jahr an Größe verliert. Bei Michael Goldgruber ist er im wahrsten Sinne nur noch Stückwerk. 420 Einzelaufnahmen dieses Massivs hat der steirische Künstler zu einer zehn Meter langen Wandinstallation montiert. Ein Bild fern jeder Romantik. Goldgruber ist einer von 21 in- und ausländischen Künstlern, die das „Kunst Haus Wien“ in seiner aktuellen Ausstellung „Nach uns die Sintflut“ präsentiert. Die Dramatik des Titels lässt es bereits erahnen. Diesmal geht es um eine ernste Sache. Und tatsächlich, Thema ist das akute Problem des menschengemachten Klimawandels.

Ein globales Problem

Hier schmelzende Gletscher, dort austrocknende Seen. Die Ausstellung nimmt uns mit auf eine Reise rund um den Erdball. Mal macht uns zu viel Wasser zu schaffen, bestimmte Inseln werden infolge des steigenden Meeresspiegels unweigerlich untergehen; dann wieder zu wenig Wasser, in Afrika drohen Dürrekatastrophen. Die Klimaerwärmung ist ein globales Problem, mit unterschiedlichen Auswirkun- gen in den einzelnen Regionen. Die Notleidenden sind in erster Linie die ärmeren Länder, insofern haben wir es hier auch mit einem sozialen Problem zu tun. All das thematisiert die Ausstellung, selten haben die beiden Kuratorinnen Sophie Haslinger und Verena Kaspar-Eisert so intensiv mit Wissenschaftlern anderer Disziplinen zusammengearbeitet. Die Wurzel allen Übels? Auch darauf haben sie eine Antwort: Sie liege, wie sie auf der Wandtafel im Eingangsbereich schreiben, in der „profitorientierten Ausbeutung“ und dem „grenzenlosen kapitalistischen Wirtschaften“.

Das Museum lehnt sich weit aus dem Fenster, findet erfrischend klare Worte, zeigt sich geradezu kämpferisch. Das ist die eine Seite. Und wie sieht es mit der anderen aus, mit der Kunst? Welche Werke werden gezeigt? Sehr unterschiedliche, lautet die kurze Antwort, von Künstlern und Künstlerinnen aus aller Welt, wobei der Schwerpunkt auf Video und Fotografie liegt. Auf großformatigen Fotos zeigt etwa die gebürtige Iranerin Solmaz Daryani, wie der Urmiasee in ihrem Heimatland ausgetrocknet ist. Nur Sand und Salz, eine gespenstische Leere, auf einem Foto sehen wir, wie ein verrostetes Schiff am Grund festsitzt. Auf einem Tisch daneben liegt ein Fotoalbum der Künstlerin auf: Die Urlaubsfotos zeigen, wie ihre eigene Familie noch vor wenigen Jahren hierher zum Baden kam.