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Die deutsche Sprache ist ziemlich schwierig. Vielleicht nicht ganz so schwierig wie das Chinesische oder Vorarlbergische, aber doch so vertrackt, dass manche Kinder, Erwachsene oder Duden-Redaktionen bis ans Ende ihrer Tage damit hadern. Wie hirnerweichend konfus das Deutsche ist, wird einem mit einem Leseanfänger im Hause schlagartig bewusst. Es gibt ja keinen plausiblen Grund dafür, "ie" wie "i" oder "st" wie "scht" auszusprechen. Man macht es einfach - genauso wie ein paar Jahre später allen Ernstes "Portmonee" zu schreiben. Das nennt sich dann übrigens Rechtschreibreform.

Kein Wunder, dass viele einfach aussteigen. Eine Million Erwachsene können in Österreich keine komplexen Texte verstehen, darunter auch Menschen mit Lernschwierigkeiten. Um ihnen dennoch wichtige Informationen zugänglich zu machen, werden immer mehr Internet-Seiten in "Leichte Sprache" übersetzt.

Das ist nicht nur gut und wichtig, sondern auch überaus erhellend: "In Österreich leben mehr als acht Millionen Menschen. Wenn immer alle überall mitreden, entsteht Chaos. Weil wir so viele Menschen sind, lassen wir uns von Abgeordneten vertreten", steht etwa auf der empfehlenswerten Seite www.rechtleicht.at zu lesen. Auch die Parteien zeigen sich hier endlich von ihrer verständlichen Seite: "Die ÖVP achtet darauf, dass wir nicht mehr Geld ausgeben als wir haben"; "Die SPÖ möchte einen Staat, der sich auch für die Armen einsetzt"; "Die FPÖ glaubt daran, dass die Österreicher gute und fleißige Menschen sind, die auch füreinander sorgen"; oder: "Wir Grüne wollen unsere Natur schützen und unsere Luft soll sauber sein." Das BZÖ hat es leider nicht geschafft, sein Wesen in einfache, deutsche Sätze zu packen - zum Glück aber das "Team Stronach": "Bei unserem Namen haben wir das Wort ,Team' dabeistehen. Damit unterscheiden wir uns von anderen Parteien: Wir halten zusammen."

Die Welt könnte so einfach sein.