Bilderbuch - © Foto: Neue Sammlung Friedrich C. Heller

Im Reich der Bilderbücher

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Das Wiener MAK zeigt mit der Ausstellung „Bilderbuchkunst“ das Buch als vielfältiges künstlerisches Medium.

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Das Wiener MAK zeigt mit der Ausstellung „Bilderbuchkunst“ das Buch als vielfältiges künstlerisches Medium.

Das Bilderbuch begleitet jedes Kind auf dem Weg zum Lesen, die kreative Freiheit in seiner Gestaltung ist groß. Viele Künstler und Künstlerinnen wussten das zu schätzen. Größen wie Sonia Delaunay, Warja Lavater, Dieter Roth und Lawrence Weiner begegnet man in der Ausstellung „Bilderbuchkunst. Das Buch als künstlerisches Medium“ im Wiener MAK (Museum für angewandte Kunst). Co-Kurator Friedrich C. Heller ist dem Bilderbuch verfallen, viele Exponate dieser kleinen, feinen Schau sind Leihgaben aus seiner Neuen Sammlung (1960er Jahre bis heute).

Auch Bibliothek und Kunstblättersammlung des MAK verfügen über einen reichen Schatz künstlerisch gestalteter Bücher. Kuratorin Kathrin Pokorny-Nagel ergänzte Hellers Exponate um einige wertvolle hauseigene Stücke. Eine aufgeschlagene Buchseite unter Vitrinenglas, dazu der Titel, das Jahr der Entstehung, der Name ihrer Schöpfer und Schöpferinnen: Das genügt als Beginn einer Reise im Kopf, fordert zu konzentrierter Betrachtung auf und setzt so ein Zeichen gegen die vorherrschende Bilderflut. Die Ausstellung gliedert sich in acht Kapitel, die Kategorie „Fast nichts“ ist eine besondere Herausforderung an das Vorstellungsvermögen.

Der italienische Designer Bruno Munari, einer der wichtigsten Pioniere experimenteller Bilderbücher, lässt in seinem „Cappuccetto Bianco“ das Weißkäppchen – eine winterliche Variante des Rotkäppchens – im Schnee verschwinden. Einige sehr kurze Sätze weisen den Weg durch die Geschichte unter der Schneedecke. Lauter weiße Seiten.

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