Demenzprognosen - Demenz-Prognosen: Aufgrund der steigenden Lebenserwartung wird sich die Zahl der Betroffenen bis 2050 mehr als verdoppeln. Die Alzheimer-Krankheit ist mit rund 70 Prozent die häufigste Demenzform. - ©  iStock / Daisy-Daisy
Wissen

Training für das Gehirn

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Ein gesunder Lebensstil wirkt vorbeugend gegen Demenz. Welche Faktoren sind hier beteiligt? Und welchen Einfluss hat eine Eheschließung?

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Ein gesunder Lebensstil wirkt vorbeugend gegen Demenz. Welche Faktoren sind hier beteiligt? Und welchen Einfluss hat eine Eheschließung?

Die schlechte Nachricht vorneweg: Weltweit wird an Therapien für Menschen mit Alzheimer-Demenz geforscht – doch ein Durchbruch ist auch heute nicht in Sicht. Noch gibt es kein Mittel, um den zugrundeliegenden Krankheitsprozess zu stoppen. Mit Medikamenten lassen sich nur die Symptome lindern, um das Fortschreiten des geistigen Verfalls zu verlangsamen. Versuche mit Impfungen sind bislang fehlgeschlagen. Und neuartige Therapieansätze sind noch nicht ausreichend erforscht.

So berichteten amerikanische Forscher kürzlich von positiven Resultaten einer Studie, in der Alzheimer-Patienten mit elektromagnetischen Wellen behandelt wurden. Die Patienten trugen zwei Stunden pro Tag eine spezielle Kappe, von der aus die Strahlung in das Gehirn gelangte. Am Ende der zweimonatigen Behandlung hatte sich ihre kognitive Leistung größtenteils verbessert, wobei sie sogar wieder das geistige Niveau vor einem Jahr erreichten. Doch es handelte sich um eine kleine Studie mit nur acht Patienten und kurzer Beobachtungszeit. Die Qualität der Studie war u .a. dadurch beeinträchtigt, dass es keine Kontrollgruppe (im Vergleich zur Behandlungsgruppe) gab. Wirklich aussagekräftig ist das nicht. Ob es sich tatsächlich um eine Therapie handelt, die Eiweißablagerungen im Gehirn entsorgen kann und somit den Krankheitsprozess ursächlich beeinflusst, bleibt bis zum Vorliegen umfassender Studiendaten offen.

Bewegung, Ernährung, Schlaf

Nun aber zur guten Nachricht: Der Ausbruch der Alzheimer-Demenz und anderer Krankheiten, die durch einen Abbau von Nervenfunktionen geprägt sind, lässt sich durch einen gesunden Lebensstil deutlich verzögern. „Wer bereits in frühen Jahren auf sich und seinen Körper achtet, verringert das Risiko für neurodegenerative Erkrankungen“, betont die Demenz-Expertin Elisabeth Stögmann von der Med-Uni Wien anlässlich des Welt-Alzheimertages am 21. September. „Mehrere Studien konnten jetzt zeigen, dass bei gesunder Ernährung und viel Bewegung die Krankheit später ausbricht oder in ihrem Verlauf gebremst wird.“ Fachärzte empfehlen eine mediterrane Kost mit viel Obst, Gemüse und Fisch, sowie insgesamt zumindest zweieinhalb Stunden sportliche Aktivität pro Woche – etwa ausdauerndes Laufen, „Walken“ oder Radfahren.