Werbung
Werbung
Werbung

Der Hintergrund: Die vielen Anzeichen für eine Klimaveränderung, die eine Änderung der Wirtschaftsweise nahelegen, vor allem auf dem Energiesektor. Dann: Die Krise der EU-Landwirtschaft, die mit weiteren Flächenstillegungen rechnen muß (ein Minus von 25 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen bis 2005 - und mehr nach einer EU-Osterweiterung). Und schließlich: Absehbare Engpässe bei der Erdölversorgung (neueste Zahlen zeigen, daß die Reserven nur mehr für 42 Jahre reichen dürften). Ab 2005 sei daher mit einem Rückgang der Erdölförderung zu rechnen, so der Autor des Buches "Kurswechsel", Heinrich Kopetz, Vorkämpfer für die Bioenergie. Da sich 75 Prozent der Ölreserven in Opec-Händen befinden, beginne sich das auf die Ölpreise auszuwirken.

Daher müsse man konsequent umsetzen, was das Weißbuch erneuerbare Energien der EU fordert: Forcierung erneuerbarer Energieträger, um die Außenabhängigkeit der EU bei Energie ebenso zu verringern wie den deren CO2-Ausstoß . Es gehe um direkte oder indirekte Nutzung der Sonnenenergie, die im Überfluß vorhanden ist. Sie machte 1995 in der EU nur fünf Prozent des Primärenergieverbrauchs aus. Bis 2010 sollte dieser Anteil verdoppelt werden.

Besonders zu forcieren sei dieNutzung von Biomasse, fordert Kopetz. Für Energiekulturen errechnet er einen Bedarf von rund 15 Millionen Hektar Fläche. "12,5 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche der Union würden reichen, um etwa drei Prozent des Europäischen Energiebedarfes zu decken."

Man müsse die Landwirtschaft gezielt auf diesen Markt ausrichten, fordert der Autor. "Die Landwirtschaft steht also vor der Option Weltmarkt oder Energiemarkt."

Es folgt in dem gut lesbaren Buch eine Darstellung der erfolgreichen Techniken, die es erlauben, Biomasse energetisch zu nutzen. Sie ist auf dem Wärmesektor besonders leistungsfähig. Bleibt das Problem der Einführung dieser Techniken: Die Marktkräfte allein könnten das nicht leisten, meint Kopetz. Er fordert gezielte Maßnahmen, um den Umstieg gegen ein etabliertes, wenn auch nicht zukunftsträchtiges, von Großunternehmen betriebenes Versorgungssystem in Gang zu setzen.

Das Buch schließt mit einem Appell, Agrar- und Energiepolitik zu bündeln.

Kurswechsel -Zukunft Grüne EnergieVon Heinrich Kopetz. Österreichischer Agrarverlag, 191 Seiten, öS 298.-/e 21,66

Ein Thema. Viele Standpunkte. Im FURCHE-Navigator weiterlesen.

FURCHE-Navigator Vorschau
Werbung
Werbung
Werbung