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Theater und Musik in Salzburg

Daß das Kunstleben in Salzburg krankt, kommt jetzt auch dem Publikum allmählich zum ^Bewußtsein. Das Forschen nach dem Keim des Erschlaffens, die Frage nach der Wiederbelebung werden immer lebhafter. Viele machen Zeiterscheinungen dafür verantwortlich. Selbstverständlich wird Kunstschaffen durch , die Misere des Alltags gehemmt, aber der eigentliche Grund für das Nachlassen in allen künstlerischen Belangen Salzburgs ist nicht in diesen äußeren' Dingen zu suchen. Das Mozarteum, die traditionelle und weltbekannte Musikstätte, entbehrt seit vielen Monaten eines. Künstlers, der die Verantwortung trägt. Von der Landesregierung ist zwar Professor Bernhard Paumgartner zum Generalintendanten sämtlicher Kunstinstitute im Lande Salzburg bestimmt worden, doch dieser ausgezeichnete Musikergelehrte, dessen Name Weltgeltung hat, arbeitet in der Schweiz an seinen Werken, und es konnte bis heute kein Vertreter gefunden werden, der die organisatorischen und künstlerischen Verpflichtungen an seiner Stelle übernimmt.

Im Landestheater wird Intendant Bernau dem künstlerischen Ruf, der ihn durch sein Wirken am Wiener Deutschen Volkstheater begleitet hat, heute nicht gerecht. Intendant Bernau ist bemüht, sauberes, exaktes Theater zu bieten, aber das ist nicht genug. Trotz junger Sdiauspieler, die Bernau in Uberzahl zu Gebote stehen, hüllt ein Schleier müder Resignation das Theater ein.

Da war zum Beispiel Grillparzers „Traum ein Lebe n“. Der Regisseur Bernau hätte Gelegenheit gehabt, den Zauber des phantasievollen Traumspieles aufglühen zu lassen. Es fehlte aber die große Kunst des Ineinanderfließens, jenes Ungreifbare, mit dem Grillparzer das Dämmerlicht des Traumes mit der Helligkeit der Wirklichkeit in so wunderbarer Weise durchdringen läßt. Real und hart wurde die Wirklichkeit gezeichnet, ohne Ubergänge, fast schlagartig führte Bernau das Ge-sdiehen in die Traumwelt über, wodurch die Phantasiegestalten ah ihrer furchtbaren Eindringlichkeit verloren. Darum mußte auch der verklärende Schluß des Märchendramas verblassen, in dem der Dichter als des Lebens, ^höchstes Gut des Inneren stillen Frieden und die schuldbefreite Brust preist. Aus der Märchenwelt des barocken Zaubertheaters wurde man durch das amerikanische Theaterstück „Der Himmel wartet“ von Paul Osborn in ein modernes Märchen geführt. Man könnte dieses Volksstück, wie es der Autor bezeichnet, fast ein Mysterienspiel unserer Zeit nennen. Wir haben uns bereits an die ilealen Schilderungen des Jenseits in der amerikanischen Bühnenliteratur so gewöhnt, daß uns auch das Auftreten des Todes in Gestalt eines liebenswürdigen Herrn Brink im Straßenanzug kaum mehr wundernimmt. Der Mystizismus wurde aus der sachlichen Gedankenwelt des Autors vom Regisseur Huttig deutlich herausgehoben, wobei er leider keine Unterstützung von Seiten des Bühnenbildners fand, da es diesem nicht gelang, das eigenartige Gemisch von übersinnlicher und realer Welt visuell auszudrücken. Für die dritte Schauspielpremiere im Verlaufe von zwei Monaten holte man aus der untersten Schreibtischlade das Lustspiel „M a r g u e-rite:3“ hervor und patzte es mit vier Gästen auf, obwohl das Ensemble 133 Personen umfaßt.

Der Ruf nach dem klassischen Lustspiel und vor allem nach den wichtigsten Neuerscheinungen der Weltliteratur ist bisher ungehört verhallt, denn bis auf Priestleys „Die Conways und die Zeit“ und Osborns „Der Himmel wartet“ ist das Landestheater bis zum heutigen Tag an allem vorbeigegangen, was seit Wiedereröffnung der geistigen Grenzen hereinströmte. Es stellt sich auch heraus, daß eine große Anzahl bedeutender oder aktueller Stücke am Landestheater nicht zur Aufführung gebracht werden kann, da das unverhältnismäßig große Ensemble unzweckmäßig zusammengestellt ist und gewisse Fächer einfach ausfallen oder höchst mittelmäßig besetzt sind.

Fast das gleiche gilt auch für das Gebiet der Oper. Seit Beginn der Saison wurde als vierte Oper Humperdincks „Hansel und G r e t e 1“ einstudiert. Selbst wenn man berücksichtigt, daß, durch die Bühnenverhältnisse bedingt, nur eine beschränkte Anzahl von Opernwerken zur Aufführung in Betracht kommen kann, ist doch nidit einzusehen, warum ausschließlich das übliche Opernrepertoire der Provinztheater abgespielt werden muß.

Aus d$n Darbietungen der O r c h e s t e r-m u s i k sind zwei Konzerte hervorzuheben. Ein Gastdirigent aus den USA, Dr. Hans Wolf, meisterte mit sicherem Intellekt Beethovens Fünfte Symphonie. Wolf dirigierte sehr temperamentvoll; man könnte seinen Interpretationsstil als expressionistisch bezeichnen. Mit einer gewissen Spannung erwartete man die Fünfte Symphonie von Schostako-witsch. Seine Musik schöpft nicht aus der Volksmusik wie die der russischen Klassiker und vieler Modernen, sie entbehrt der slawischen Schwermut und ist eher als heroisch zu bezeichnen. Paul Walter •und das Mozarteum-Orchester waren mit packender Kraft am Werke. Die Spannung hielt vom ersten bis zum letzten Takt an.

Nachdem mehrere Sänger mit ausländischen Namen und hochtrabenden Ankündigungen das Salzburger Konzertpodium bestiegen hatten und, ohne einen Eindruck hinterlassen zu haben, wieder verschwanden, wurde der Schubert-Abend von Hans Hotter zu einem bedeutenden musikalischen Erlebnis. Hotter hat die schwierige Aufgabe, den gesamten Liederzyklus „Die Winterreise“ von Schubert an einem Abend zu singen, sehr gut gelöst. Ein junger Sänger, Carlheinz Hundius, der mit wohltuender Bescheidenheit in die Öffentlichkeit trat, bewies mit der Programmauswahl guten Geschmack; seine lyrisch-weiche Tenorstimme verspricht Entwicklung zu* einem Lieder- und Oratoriensänger.

Können auch erfreulicherweise immer wieder Einzelleistungen hervorgehoben werden, im ganzen gesehen aber führt die jetzige Art künstlerischer Arbeit, weil sie ohne inneres Ziel ist, ins Leere. Es besteht die große Gefahr, daß das kulturelle Streben Salzburgs, das anfangs schöne Ansätze zeigte, in Selbstzufriedenheit und Genügsamkeit versinkt. Der Reichtum, den diese Stadt einst an die ganze Welt verschenkte, muß eine neue Verlebendigung finden. Dann, wenn die Verantwortlichen von dieser Erkenntnis aus an ihre künstlerische Arbeit herangehen„ werden ihnen Zustimmung und Dank gewiß sein. E. L o r b e k

Die Wiener Stadtplanung

Architekt Professor Dr.-Ing. Clemens Holzmeister, dessen Rückkehr nach Wien in den nächsten Wochen zu erwarten ist, äußerte sich in einem Schreiben an den Herausgeber der „Furche“ auch zu der Frage des Wiederaufbaues unserer Stadt, wobei er betonte, daß er zufolge seiner langjährigen Abwesenheit von Wien ohne eingehendere Sachkenntnis zu dieser Frage nicht grundlegend Stellung nehmen wolle.

Einige der in diesem Briefe ausgesprochenen Meinungen erscheinen aber so interessant, daß sie einer breiteren Öffentlichkeit nicht vorenthalten werden sollen.

Holzmeister, dessen Bauten in der Türkei und in Brasilien seinen Nam-n international bekanntgemacht haben, ist der Ansicht, daß die Karlskirche als barockes Werk vollplastisch zu nehmen und daher nicht auf beiden Seiten mit hohen Häuserfronten einzubauen ist. Sie sei daher auch nicht für eine axiale Anordnung geeignet, da dafür ihr Maßstab zu bescheiden sei. Wie aus Alt-Wiener ' Ansichten hervorgeht, hat Fischer von Erlach die Kirche auf eine Anhöhe gestellt. Im Sinne ihres Erbauers wäre es also gelegen, den Resselpark wieder tiefer zu legen und aus ihm eine große Freitreppe gegen die Karlskirche aufsteigen zu lassen. Dadurch würden die Bäume des Resselparks nicht mehr den für die Wirkung der Kirche so wichtigen Sockel überschneiden. Von der Stadtbahn aussteigend würde man, vielleicht durch Arkaden hindurch, den neuen Karlsplatz überschauen können, mit den Rampen, die vor der Technischen Hochschule liegen, und mit der Karlskirche, die durch diese Anordnung eine bedeutende Steigerung ihres Maßstabes erführe.

Bezüglich der Verbauung des Stephansplatzes ist Holzmeister der Ansicht, daß vor allem ein großzügiges Vorgehen in der Verkehrsfrage, die Ausschaltung der Kärntnerstraße als Verkehrslinie und die Schaffung eines ruhigen und intimen Platzes vor dem ehrwürdigen Dome, die Voraussetzungen für eine wirklich glückliche Lösung seien. Die Wiederaufrichtung des so berühmten Steildaches in Eisenkonstruktion hält er für unrichtig. Die Schönheit von St. Stephan sei nicht auf dieses Steildach angewiesen, das einer späteren Zeit entstamme und weder die beiden Heiden türme noch den unausgebauten Turm architektonisch zur Geltung kommen lasse, wie es die gotischen Baukünstler beabsichtigt hatten.

Holzmeisters Ansichten werden zweifellos neben Zustimmung auch Widerspruch erfahren, aber sie verdienen in dem Für und Wider der Meinungen um den Wiederaufbau Wiens ernsthafte Beachtung. — tzl.

Der Frauenausschuß der ungarischen Actio Catholica gründete in den Räumen der Budapester Peter-Pazman-Universität eine freie Akademie für Frauen, in deren Rahmen Universitätsprofessoren und hervorragende Fachleute über alle Probleme der christlichen Frau Vorträge halten sollen.

Der Schweizer Fremdenverkehr hat in der vergangenen Sommersaison 2,06 Millionen Ankünfte und 8,74 Millionen Logiernächte gezählt. Damit sind nicht nur die entsprechenden Zahlen des Jahres 1945, sondern auch jene des Sommers 1937, und zwar um 4,1, beziehungsweise 12,9 Prozent überschritten. Di Hauptursachen des Aufschwunges bilden die mit verschiedenen Ländern abgeschlossenen Zahlungsabkommen, die Lockerung der Grenzübertrittsund Durchreiseformalitäten sowie die Verbesserung der Verkehrsverhältnisse. *

In Tübingen wurde, wie wir den „Neuen Zürcher Nachrichten“ entnehmen, in Verbindung mit dem katholischen Theo-logenkonvikt an der Universität ein Institut für religiöse Volkskunde errichtet. Durch dasselbe soll das religiöse Volksleben, die christliche Kunstpflege und Frömmigkeitsgeschichte wissenschaftlich gepflegt werden. Als Grundstock dient eine dem Bischof v. Rottenburg von privater Seite geschenkte Fachbibiliothek von über 4000 Bänden In Berlin ist ein Institut für Seelsorgekunde ins Leben getreten. Neben den eigentlichen seelsorglichen Fragen soll hier vor allem das Grenzgebiet der ärztlichen Seelenkunde gepflegt werden, dem heute in großstädtischen Verhältnissen besondere Bedeutung zukommt. Es wird darum eine enge Fühlungnahme und praktische Zusammenarbeit mit auf diesem Gebiete tätigen Ärzten angestrebt. Der Leitung gehören auch mehrere Ärzte an.

Zufolge einer zahlenmäßigen Aufstellung, die das „Churches Committee on Gambling“ publiziert, haben die Summen, die in England auf Hundewetten ausgegeben werden, einen verblüffenden Umfang erreicht. Wie nach dieser Erhebung der Londoner „Eco-nomist“' verzeichnet, haben die Totalisatoreinnahmen, die für Hundewetten 1938 39 Millionen Pfund und 1944 74 Millionen Pfund betrugen, im Jahre 1945 eine Höhe von 137 Millionen erreicht, so daß man, die Buchmachergebühren dazu gerechnet, annehmen kann, daß 1945 auf Hunderennen 200 Millionen Pfund verwettet wurden. Nach derselben Quelle werden in England für Pferderennen in einem Normaljahr 250 bis 350 Millionen Pfund und außerdem für Fußballkämpfe 23 Millionen verwettet. Es würden also rund 475 Millionen Pfund jetzt nach dem Kriege in England verwettet, das istmehralsder zehnte Teil der Summe von 4600 Millionen Pfund, die das englische Volk, wie „Economist“ vermerkt, ein Jahr für persönliche Verbrauchsgüter einschließlich Nahrung, Kleidung und Wohnung ausgibt. Man glaubt, daß 1946 die Summen noch gestiegen sind.

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Die Größe und das Ausmaß der Zerstörungen in den deutschen Städten spiegeln sich im Rückgang ihrer Bewohner wieder. München, das 1939 841.000 Einwohner zählte, hat heute nur mehr 197.000; Nürnberg, früher 423.000, jetzt 292.000; Frankfurt, das 1939 553.000 Einwohner hatte, zählt jetzt 393.000; Kassel, Stuttgart, Mannheim haben gegen 100.000 Einwohner verloren. Von einige Städten, wie Pforzheim, Heilbronn, Würzburg, Ulm, existieren praktisch nur mehr einzelne Vororte. Dabei fristen in diesen Ruinenstädten noch eine ansehnliche Zahl von Menschen ihr Leben, so in Würzburg 53.000 gegen früher 110.000, in Pforzheim 44.000 gegen vorher 79.000. Diese verhältnismäßig doch hohen Zahlen erklären sich aus der charakteristischen Eigenart der vielen Familienhäuser in den kleineren Städten, die trotz des geringen Umfanges mehr Wohnraum zur Verfügung haben. Zugenommen haben dagegen die kleineren Provinzstädte, die von der Zerstörung des Krieges nicht in Mitleidenschaft gezogen wurden.

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In der neuen Verfassung Bayerns heißt es bezüglich der Schule: „Die öffentlichen Volksschulen sind Bekenntnis- oder Gemeinschaftsschulen. Die Wahl der Schulart steht den Erziehungsberechtigten frfci. Gemeinschaftsschulen sind . jedoch nur an Orten mit bekenntnismäßig gemischter Bevölkerung auf Antrag der Erziehungsberechtigten zu eröffnen. Der Religionsunterricht ist ordentliches Lehrfach aller Volksschulen, Berufsschulen, mittlerer und höherer Lehranstalten. Die Teilnahme am Religionsunterricht und an kirchlichen Handlungen bleibt der Willenserklärung der Erziehungsberechtigten, vom 18. Altersjahr ab der Willenserklärung der Schüler überlassen.“ *

Wie ein Bericht der „N. Zürcher Nachr.“ besagt, unterhält der Caritas-Verband der Erzdiözese Mainz in der jetzigen schweren Notzeit 2 Säuglingsheime, 19 Krankenhäuser mit insgesamt 5765 Betten, 120 Kindergärten für 4800 Kinder, 3 Flüchtlingsheime, 15 Altersheime, 6 Erholungsheime und einige Jugendheime. Innerhalb von zehn Monaten hat der Caritas-Verband in 42 Küchen 1,046.380 Essen und 173.000 Frühstücke ausgeteilt. 11.400 Kleidungsstücke wurden an Bedürftige abgegeben. In 110 ambulanten Krankenstationen wurden 75.235 Kranke versorgt und gepflegt. In den 7 Bahnhofmissionen und Übernachtungsstellen erhielten 65.370 Durchreisende und Heimkehrer Obdach.

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Wie die tschechische Zeitschrift „Obzory“ mitteilt, sind von den ausgewanderten Sudetendeutschen 398.000 in der Provinz Sachsen aufgenommen worden, in Thüringen und Mecklenburg je 50.000, im Land Sachsen 96.000 und in Brandenburg 62.500. Von den Umsiedlern sind 27 Prozent Männer, 48 Prozent Frauen und 25 Prozent Kinder. Unter den Ausgewiesenen befanden sich audi 45.0O0*Deutsche, die zufolge ihrer politischen Stellung das Recht erhalten hatten, in der Tschechoslowakei zu verbleiben, die es aber vorzogen, wegzugehen. Diese konnten jedoch alle ihre bewegliche Habe mitnehmen. *

Im Alter von 53 Jahren ist kürzlich in London Karl Mannheim, einer der bedeutendsten Soziologen, nach langer Krankheit gestorben. Er hatte zuletzt an der Londoner Universität den Lehrstuhl für Nationalökonomie inne. 1939 war Mannheim durch den Nationalsozialismus aus

Frankfurt vertrieben worden, und es war ihm dabei gelungen, seine Bibliothek von mehreren tausend Bänden mitzunehmen. Er war noch zum Präsidenten für die europäische Sektion der UNESCO gewählt worden, doch konnte er wegen seiner Krankheit den Posten nicht mehr annehmen. •

Nach einer Meldung der „Kipa“ ist die Gerichtsuntersuchung gegen die ukrainischen katholischen Bischöfe vor kurzem abgeschlossen worden und die sowjetische Staatsanwaltsdiaft übergab das Anklagematerial dem Militärtribunal der Sowjetunion.

Einer noch nicht bestätigten Meldung zufolge, habe das sowjetische Militärtribunal das Urteil dagegen bereits gefällt. Der Lemberger Erzbischof Dr. Josef Slipyj soll zu acht Jahren schweren Kerker verurteilt worden sein und die Bischöfe Chomyschyn, Tscharnezkyj Budka und Latyschewskyj zu je sechs Jahren. *

Das turkmenische Staatstheater, das vor dem Kriege in Ashhalad gegründet wurde, hatte einen großen Erfolg laut „Moscow News“ mit der Oper „Leila und Mejnun“. Diese beruht auf einem Gedicht des Aser-beidschaner Poeten Nizami, der im 12. Jahrhundert lebte. *

Im April werden in Moskau die Feierlichkeiten zum 800. Jahrestag der Gründung dieser Stadt begangen. Russische Historiker,

Wissenschaftler, Künstler, Architekten und Archäologen sind gegenwärtig mit der Organisation einer Gedächtnisausstellung im Historischen Museum beschäftigt, bei der alte Karten, Zeugen altrussischer Handwerkskunst, Skizzen und Pläne der Stadt gezeigt werden. Eine sechsbändige Geschichte der sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung Moskaus ist im Druck.

Im Jännerheft der bekannten englischen Monatsschrift „Nineteenth Century“ veröffentlicht Roger Machell amerikanische Buchrekorde, wobei er erinnert, daß die großen amerikanischen Erfolge keineswegs nur Neuerscheinungen sind. So wurde der bekannte Roman „Ben Hur“ von Wal-lace, der 1860 erschein, damals in einer Auflage von 2K Millionen gedruckt; Quo vadis“, das 1897 erschien, erreichte bald eine Auflage von 750.000 Exemplaren. Diese Ziffern sind seitdem noch im Steigen begriffen. Seit 1880 erschienen in Amerika 169 Bücher, deren Auflagen höher als 500.000 waren. Von diesen erschienen 22 zwisdien 1880 und 1900, 48 in den folgenden 20 Jahren und 67 zwisdien 1921 und 1940. In den letzten fünf Jahren, also bis 1945, kamen 32 neue Bücher heraus, die über eine halbe Million Auflage hatten. Der Autor rechnet damit, daß zwischen 1941 und 1960 die Zahl dieser Massenauflagen von neuen Büchern sich verdoppeln wird.

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