Bruckner - © Ordensgemeinschaften Österreichs

Sr. Franziska Bruckner: „Religiöses Erbe in die Zukunft tragen“

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Die Pandemie stellt auch die Orden vor große Herausforderungen, so Sr. Franziska Bruckner. Die stv. Vorsitzende der Österreichischen Ordenskonferenz im FURCHE-Gespräch.

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Die Pandemie stellt auch die Orden vor große Herausforderungen, so Sr. Franziska Bruckner. Die stv. Vorsitzende der Österreichischen Ordenskonferenz im FURCHE-Gespräch.

Schwester Franziska Bruckner ist seit einem Jahr stellvertretende Vorsitzende der Österreichischen Ordenskonferenz. Die 60-Jährige Amstettner Franziskanerin steht gemeinsam mit Erzabt Korbinian Birnbacher von St. Peter in Salzburg dem vor einem Jahr gegründeten Dachverband der heimischen Orden vor.

DIE FURCHE: Lockdown ist, auch wenn dieser nun ein wenig gelockert wird: Der diesjährige Advent ist ganz anders geworden, noch vor einem Jahr hätte das niemand gedacht. Was bedeutet das aus Ihrer Perspektive?
Sr. Franziska Bruckner: Der Lockdown ist eine Herausforderung. Es heißt, der Advent sei die stillste Zeit im Jahr, auch wenn die Realität da längst eine andere ist. Doch heuer mussten wir uns umstellen. Viele Aktivitäten, die diese Zeit prägen, sind nicht möglich. Wir sind so ein Stück weit auf uns selbst zurückgeworfen, und es geht darum, wieder hinzuschauen, was der Sinn des Lebens für mich ist, wenn es diese vielen Aktivitäten nicht gibt. Und die­jenigen, die sowieso schon unter Einsamkeit leiden, nehmen noch viel intensiver wahr, dass das Leben durch den Lockdown noch ein Stück schwerer geworden ist.

DIE FURCHE: Wie gehen Sie in Ihrer Gemeinschaft damit um?
Bruckner: Was das geistliche Leben anbelangt, ändert sich bei uns nicht so viel. Die meisten unserer Schwestern sind nicht mehr im Beruf tätig. Was uns sehr schwergefallen ist, dass keine Gottesdienstbesucher(innen) mit uns öffentlich die Heilige Messe feiern durften. Wir erleben ver­stärkt, dass Menschen das Gespräch suchen oder sich über ein paar Worte freuen – sei es am Telefon oder dass sie zu uns kommen oder es ergeben sich zufällige Begegnungen auf der Straße beim Einkaufen.

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