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Die gute Schule

Schule Teamarbeit  - Gruppenarbeit versus Frontalunterricht – was die bessere Methode ist, darüber scheiden sich die (pädagogischen) Geister. Konsens herrscht allerdings darin, dass Teamwork die soziale Kompetenz der Schüler fördert.  - © Foto: iStock / FatCamera; Illustration: Rainer Messerklinger
Bildung

Der feine Unterschied

1945 1960 1980 2000 2020

Gibt es ein Geheimrezept für die gute Schule? Was müssen Kinder lernen, um sich in der Welt behaupten zu können? DIE FURCHE besuchte zwei preisgekrönte Bildungsstätten in Wien und Oberösterreich, die unterschiedlicher nicht sein könnten.

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Gibt es ein Geheimrezept für die gute Schule? Was müssen Kinder lernen, um sich in der Welt behaupten zu können? DIE FURCHE besuchte zwei preisgekrönte Bildungsstätten in Wien und Oberösterreich, die unterschiedlicher nicht sein könnten.

Die Türen der Klassenzimmer im dritten Stockwerk stehen weit offen. Schüler und Lehrer gehen leisen Schrittes von Raum zu Raum. Die Geräuschkulisse beschränkt sich auf gedämpfte Gespräche. Drei Schülerinnen haben es sich auf dem Gang in einem Sofa bequem gemacht. Sie üben das Einmaleins. Eva Fröschl – eines der Mitglieder des Lehrer-Teams in der Lernwerkstatt Brigittenau (ILB) – zieht sich mit zwei Elfjährigen in eines der Zimmer zurück. Sie will ihnen eine Übung erklären, die den Buben beim Deutschlernen helfen soll. So sollen sie zunächst im Duden unterschiedliche Begriffe heraussuchen, anhand derer im Anschluss ein Satz gebildet wird.

Joel* begreift schnell. Er blättert kurz im Wörterbuch und findet „Blume“ auf Seite 238. Wie besprochen notiert er zunächst die Seitenzahl. Dann schreibt er in sein Heft: „Die Blume wächst immer weiter.“ „Gut“, lobt Pädagogin Fröschl und geht weiter zu einer Gruppe von fünf Lernenden, die gerade ein Infoplakat zum Thema Wald kreieren. Plötzlich steht ein Bub mit einem Dinosaurier-Buch in der Hand neben ihnen. „Vorlesen, vorlesen“, ruft er begeistert und hält das Naturkundebuch in die Höhe. Paul*, der das Down-Syndrom hat, ist eines von knapp 100 Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf an der öffentlichen Volks- und Neuen Mittelschule im 20. Wiener Gemeindebezirk.

Einer der älteren Buben im Raum, er war gerade dabei, im Internet etwas zu recherchieren, lässt sich nicht lange bitten. Er steht auf, legt schützend einen Arm um seinen Mitschüler und geht mit Paul zum Lesebereich – der hinter einem Bücherregal, das als Raumteiler fungiert, eingerichtet ist. „Riesenhaft, furchterregend, mit gewaltigen Zähnen und Klauen...“, hört man bald seine Stimme im Flüsterton.

Der Verzicht auf Noten hat sich bewährt

Die „Integrative Lernwerkstatt Brigittenau“, kurz „ILB”, gilt als eine der erfolgreichsten Schulen Wiens. Im Jahr 2014 wurde sie mit dem „Anerkennungspreis zum Österreichischen Schulpreis” ausgezeichnet. Das Konzept der Bildungsstätte ist alles andere als konventionell. Die offizielle Diktion lautet „reformpädagogisch“. Aber im Vergleich zu klassischen Schuldesigns mutet die ILB-Methode fast revolutionär an: Statt (Jahrgangs-)Klassen lernen die Kinder in altersgemischten Gruppen. Die Unterrichtseinheiten werden nicht im 50-MinutenTakt, sondern themenspezifisch festgelegt. Es gibt weder Noten (erst ab der 8. Schulstufe) noch Frontalunterricht. Und selbst schwerstbehinderte Kinder werden schein
bar mühelos in den Schulalltag integriert.

Auch die Lehrer heißen hier nicht Lehrer. Sie nennen sich „Lernbegleiter“, „Berater“ oder „aktive Zuhörer“ und treten in pädagogischen Teams auf. Trotzdem legt Direkorin Karin Feller Wert darauf, dass jede Schülerin und jeder Schüler eine Hauptbezugsperson hat. Ohnehin ist das Kollegium äußert heterogen und setzt sich aus ausgebildeten Volksschullehrern, Sonderpädagogen, Freizeitpädagogen sowie Mittelschul- und AHSLehrern zusammen. Zweifelsohne: Die Arbeitsweise der ILB (ein Schulversuch, der vom BMBWF bis 2024/25 genehmigt wurde) ist der Gegenentwurf zu einer klassischen 08/15-Schule. Welche Indizien rechtfertigen es, die Lernwerkstatt Brigittenau zum Paradebeispiel der guten Schule zu stilisieren?

Die Türen der Klassenzimmer im dritten Stockwerk stehen weit offen. Schüler und Lehrer gehen leisen Schrittes von Raum zu Raum. Die Geräuschkulisse beschränkt sich auf gedämpfte Gespräche. Drei Schülerinnen haben es sich auf dem Gang in einem Sofa bequem gemacht. Sie üben das Einmaleins. Eva Fröschl – eines der Mitglieder des Lehrer-Teams in der Lernwerkstatt Brigittenau (ILB) – zieht sich mit zwei Elfjährigen in eines der Zimmer zurück. Sie will ihnen eine Übung erklären, die den Buben beim Deutschlernen helfen soll. So sollen sie zunächst im Duden unterschiedliche Begriffe heraussuchen, anhand derer im Anschluss ein Satz gebildet wird.

Joel* begreift schnell. Er blättert kurz im Wörterbuch und findet „Blume“ auf Seite 238. Wie besprochen notiert er zunächst die Seitenzahl. Dann schreibt er in sein Heft: „Die Blume wächst immer weiter.“ „Gut“, lobt Pädagogin Fröschl und geht weiter zu einer Gruppe von fünf Lernenden, die gerade ein Infoplakat zum Thema Wald kreieren. Plötzlich steht ein Bub mit einem Dinosaurier-Buch in der Hand neben ihnen. „Vorlesen, vorlesen“, ruft er begeistert und hält das Naturkundebuch in die Höhe. Paul*, der das Down-Syndrom hat, ist eines von knapp 100 Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf an der öffentlichen Volks- und Neuen Mittelschule im 20. Wiener Gemeindebezirk.

Einer der älteren Buben im Raum, er war gerade dabei, im Internet etwas zu recherchieren, lässt sich nicht lange bitten. Er steht auf, legt schützend einen Arm um seinen Mitschüler und geht mit Paul zum Lesebereich – der hinter einem Bücherregal, das als Raumteiler fungiert, eingerichtet ist. „Riesenhaft, furchterregend, mit gewaltigen Zähnen und Klauen...“, hört man bald seine Stimme im Flüsterton.

Der Verzicht auf Noten hat sich bewährt

Die „Integrative Lernwerkstatt Brigittenau“, kurz „ILB”, gilt als eine der erfolgreichsten Schulen Wiens. Im Jahr 2014 wurde sie mit dem „Anerkennungspreis zum Österreichischen Schulpreis” ausgezeichnet. Das Konzept der Bildungsstätte ist alles andere als konventionell. Die offizielle Diktion lautet „reformpädagogisch“. Aber im Vergleich zu klassischen Schuldesigns mutet die ILB-Methode fast revolutionär an: Statt (Jahrgangs-)Klassen lernen die Kinder in altersgemischten Gruppen. Die Unterrichtseinheiten werden nicht im 50-MinutenTakt, sondern themenspezifisch festgelegt. Es gibt weder Noten (erst ab der 8. Schulstufe) noch Frontalunterricht. Und selbst schwerstbehinderte Kinder werden schein
bar mühelos in den Schulalltag integriert.

Auch die Lehrer heißen hier nicht Lehrer. Sie nennen sich „Lernbegleiter“, „Berater“ oder „aktive Zuhörer“ und treten in pädagogischen Teams auf. Trotzdem legt Direkorin Karin Feller Wert darauf, dass jede Schülerin und jeder Schüler eine Hauptbezugsperson hat. Ohnehin ist das Kollegium äußert heterogen und setzt sich aus ausgebildeten Volksschullehrern, Sonderpädagogen, Freizeitpädagogen sowie Mittelschul- und AHSLehrern zusammen. Zweifelsohne: Die Arbeitsweise der ILB (ein Schulversuch, der vom BMBWF bis 2024/25 genehmigt wurde) ist der Gegenentwurf zu einer klassischen 08/15-Schule. Welche Indizien rechtfertigen es, die Lernwerkstatt Brigittenau zum Paradebeispiel der guten Schule zu stilisieren?

„ Lehrer heißen in der Lernwerkstatt Brigittenau nicht Lehrer, sondern Lernbegleiter, Berater oder aktive Zuhörer. “

„Erstens die Tatsache, dass wir auf Verschiedenartigkeit setzen. Bei uns lernen unterschiedliche Altersgruppen gemeinsam. Das führt dazu, dass sich die Kleinen von den Großen etwas Abschauen können. Und die Großen wiederum lernen, Verantwortung zu übernehmen, Vorbild zu sein. Auch die Inklusion von Kindern mit besonderen Bedürfnissen fördert die Sozialkompetenz. Zweitens führt unser Eingehen auf individuelle Fähigkeiten dazu, dass jedes Kind in seiner jeweils eigenen Geschwindigkeit lernen kann“, erklärt Direktorin Feller.

„Fest steht: Unser Fokus liegt zunächst einmal auf den zwischenmenschlichen Beziehungen. Entwickelt werden soll das gegenseitige Verständnis für die Besonderheiten und Bedürfnisse des Anderen.“ Zu hundert Prozent stünde sie auch hinter der Praxis der „alternativen Leistungsbeschreibung” – sprich, dem Verzicht auf Noten. Eine Methode, die sich ihrer Ansicht nach keinesfalls negativ auf das Bildungslevel der Schüler auswirken würde – ein Argument, das Kritiker des Konzeptes immer wieder anbringen.

Feller argumentiert stattdessen, dass die notenlose Schule die Leistungen der Schüler sogar verbessert. „Unsere Erfahrung hat gezeigt: Ohne Druck steigt die Motivation, sich Neues anzueignen.“ Dass gerade dieses Leitprinzip der ILB nun vor dem Aus steht – unter Türkis-Blau wurden alternative Leistungsbeurteilungen abgeschafft – trifft Feller und ihre Kollegen besonders hart. „Es ist das Herzstück unseres Schulversuches. Noch ist es nicht zu spät. Wir setzen in dieser Hinsicht auf ein Umdenken seitens der neuen Regierung.“

Die Warteliste wird von Jahr zu Jahr länger

Ortswechsel ins oberösterreichische Baumgartenberg. Gleich neben dem gleichnamigen Stift, hat das „Europagymnasium zum Guten Hirten” seinen Sitz. Eine katholische Privatschule, ausgezeichnet von der Bildungsabteilung der WKO für ihre besondere „Wirtschaftskompetenz”. Wer sich hier auf die Matura vorbereiten will, der muss die Volksschule möglichst mit einem Notendurchschnitt von 1,0 abschließen. Und selbst dann ist die Aufnahme nicht garantiert. Die Platzvergabe verfolgt nach dem Datum der Anmeldung. Nur für Geschwisterkinder wird eine Ausnahme gemacht. Die dürfen sogar Zweier im Zeugnis haben. Aber nur zwei.

SchuleAufzeigen - Der Lehrer als Erklärer  vorne an der Tafel – eine Praxis, die viele aus der eigenen Schulzeit kennen und auf die bis heute viele Einrichtungen setzen.  Reformpädagogen sehen die Methode kritisch.  - © Foto: iStock / skynesher; Illustration: Rainer Messerklinger
© Foto: iStock / skynesher; Illustration: Rainer Messerklinger

Der Lehrer als Erklärer  vorne an der Tafel – eine Praxis, die viele aus der eigenen Schulzeit kennen und auf die bis heute viele Einrichtungen setzen.  Reformpädagogen sehen die Methode kritisch. 

Abschreckend wirkt diese Auslese offensichtlich nicht. Die Warteliste wird von Jahr zu Jahr länger. Nicht wenige Schüler nehmen einen Anfahrtsweg von einer Stunde – einfacher Weg – in Kauf, damit sie in Baumgartenberg die Schulbank drücken können. Direktor Josef Ratzenböck gibt sich selbstbewusst, sagt: „Eine gute Schule ist eine Schule, die junge Menschen ganzheitlich für ihr späteres persönliches und berufliches Leben vorbereitet. Darum bemühen wir uns Tag für Tag.”

Rundgang in dem vom Trägerverein der Schule adaptierten Gebäude. Ratzenböck öffnet die Tür zum EDV-Raum. Drinnen sitzt eine erste Klasse. Digitaler Englisch-Unterricht steht auf dem Programm. Lehrerin Rowena Hametner hat den Schülern diverse Programme installiert, mit denen sie ihre Sprachkenntnisse verbessern können. Ein Mädchen klickt sich durch ein Tier-Quiz. Wenn sie die englischen Ausdrücke für die gezeigten Lebewesen mit der Maus berührt, erscheinen rote Häkchen auf ihrem Bildschirm. Ein Bub hantiert derweil mit einer „Colour-Learning”Software. „Unser Ziel ist”, erklärt Professorin Hametner, „dass die Schüler so früh wie möglich digitale Grundkompetenzen entwickeln. Und zwar fächerübergreifend. Wir lernen auch von Anfang an, wie man mit E-Mails kommuniziert. Auch geht es darum, sich an die Kennwort-Kultur zu gewöhnen. ”

„ Die Sensibilisierung in Richtung Handy-Verzicht ist ein Thema, das eine gute Schule heutzutage ernst nehmen soll. (Josef Ratzenböck) “

Vom ersten Schultag an hat jeder Schüler die Möglichkeit, sich in den Login-Bereich der Schulhomepage einzuloggen. Via Passwort haben die Lernenden auch von zu Hause aus auf ihre Accounts Zugriff. Sie können sich zum Beispiel Materialen herunterladen, die die Lehrer zum Üben auf die Plattform gestellt haben oder eine Übung wiederholen. Die eigenen Handys oder Smartphones sind dagegen tabu im Unterricht. "Die Sensibilisierung in Richtung Handy-Verzicht ist ein Thema, das eine gute Schule ernst nehmen sollte. Was aber nicht ausschließt, dass man sich arbeitstechnisch mit der digitalen Welt offensiv auseinandersetzt”, sagt Direktor Ratzenböck.

So auch im Fach „Geschichte und politische Bildung”. In einer der 7. Klassen halten zwei Schüler eine Power-Point Präsentation über die wichtigsten politischen Ereignisse der vergangenen Woche. Schlagwörter wie „Halloween-Brexit” oder „Türkei-Offensive gegen die Kurden” werden an die Wand geworfen. Danach wird im Plenum über die gewählten Headlines diskutiert.

Platon als Inspiration für das Leitbild

„Wir besprechen in der Schule, was in der Welt passiert, welche Folgen das für uns haben könnte und wie das alles mit der Historie zusammenhängt. Sich im Leben zu behaupten, bedeutet auch, die unterschiedlichen Interdependenzen einordnen zu können”, erklärt Pädagogin Verena Schuster-Schedlberger.

Dass die Lernenden eine Vorstellung von sich und der Welt erhalten – macht das eine gute Schule aus? Direktor Ratzenböck nickt und zitiert Platon: „Der Mensch wird erst dann zum Menschen über die Kenntnis der Welt”. Die Werke des Philosophen und dessen Aussagen über Bildung würden ihn bis heute in seiner Arbeit als Schulleiter inspirieren. „Unser Ziel ist klar: Wir wollen erfolgreiche Menschen ausbilden. Und ein erfolgreicher Mensch ist jemand, der sich in der Welt orientieren kann. Was heißt das für uns? Dass wir unsere Schüler in die Lage versetzen müssen, ihren ganz persönlichen Lebensentwurf nicht nur zu entwickeln, sondern auch umsetzen zu können.“

Im Begriff „Fokuszeit” dürfte der Schlüssel liegen, um einer Herausforderung wie dieser gerecht zu werden. Sie findet immer mittwochs statt und ist ein Pflichtprogramm für alle Lehrerinnen und Lehrer der Schule. Dieses Zeitfenster ist für die Persönlichkeitsentwicklung der Schüler geblockt. So wird in den unteren Schulstufen die „soziale Kompetenz” trainiert. Gemeinsam mit den Pädagogen werden etwa Spielregeln für die Kommunikation untereinander definiert. Gibt es Spannungen im Klassenverband, können sie in der „Fokuszeit” geklärt werden. Es ist sogar möglich, einen
bestimmten Lehrer zu „buchen”, um mit ihm über persönliche oder gemeinschaftliche Belange zu sprechen.

„ Wir wollen erfolgreiche Menschen ausbilden, die sich in der Welt zu behaupten wissen. Das bedeutet auch, die Interdependenzen einordnen zu können. (Verena Schuster-Schedlberger) “

In der dritten und vierten Klasse dreht sich indes alles um „selbstständiges Arbeiten”. Möglichkeiten dafür gibt es viele. Einige schleudern Honig vom hauseigenen Bienenstock. Andere gehen ins wenige Meter entfernte Alten- und Pflegeheim, um dort den Bewohnern vorzulesen oder mit ihnen Mensch-ärgere-dich-nicht zu spielen. Dann gibt es noch die, die die „Fokuszeit” nützen, um sich zu bewegen oder etwas Neues zu lernen. Yoga oder Jonglieren zum Beispiel.

„Im Grunde geht es darum, eine Beschäftigung zu finden, in der man sich wiederfinden kann. Selbstständig – im wahrsten Sinn des Wortes”, sagt Ratzenböck. Das Motto der „Fokuszeit” in der Oberstufe lautet „Lerncoaching”. Die Jugendlichen haben dann die Chance, ihre Lernstrategien zu optimieren. Auch im Hinblick auf die Matura. Besprochen wird etwa, welche Faktoren sich negativ auf den Lernerfolg auswirken und wie man sie beheben kann.

„Bei dem einen ist es der eine Freizeitkurs, der zu viel ist. Andere müssen dafür sensibilisiert werden, dass sich das piepsende Handy auf dem Schreibtisch negativ auf ihre Leistungen auswirkt. Thema kann aber auch sein, wenn jemand häufig müde ist im Unterricht”, erzählt die Direktorin in spe, Verena Schuster-Schedlberger.

Gemeinschaftssinn als Schnittmenge

Das „Europagymnasium zum Guten Hirten” und die „Integrative Lernwerkstatt”. Zwei Schulen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. In Baumgartenberg sind Kinder aus schwierigen sozialen Verhältnissen die Ausnahme. Auch die Anzahl jener mit Migrationshintergrund ist verschwindend gering. Anders in der Wiener Brigittenau. Die Hälfte der Mädchen und Buben haben Probleme mit der deutschen Sprache oder stammen aus so genannten bildungsfernen Elternhäusern. Was die Bildungsstätten verbindet, ist ihr nachweislich erfolgreiches Schulkonzept. Auch wenn es die einen reformpädagogisch angehen und die anderen auf Leistung setzen – eine Schnittmenge ihrer Ansätze ist deutlich zu erkennen: Beide Einrichtungen richten ihr Augenmerk auf die Ausbildung des Gemeinschaftssinnes, des gegenseitigen Respekts und der Selbstwirksamkeit. Darin liegt wohl der feine Unterschied, den eine gute Schule ausmacht.


* Namen von der Redaktion geändert.