Leitartikel

Ein Wort zum Abschied

1945 1960 1980 2000 2020

Die FURCHE steht ein Jahr vor ihrem 75. Geburtstag in einem spannenden Prozess der Innovation. Um den publizistischen Grundauftrag dieser Zeitung fortzuschreiben.

1945 1960 1980 2000 2020

Die FURCHE steht ein Jahr vor ihrem 75. Geburtstag in einem spannenden Prozess der Innovation. Um den publizistischen Grundauftrag dieser Zeitung fortzuschreiben.

Nach 18 Jahren verlasse ich die FURCHE, um mich im Herbst neuen journalistischen Aufgaben zuzuwenden. Die vorliegende Ausgabe ist die letzte, die unter meiner Verantwortung erscheint. Es waren durchaus spannende, bewegte, auch sehr herausfordernde Jahre. Im Unterschied zu anderen Zeitungen gab es für die FURCHE kaum je wirklich „goldene Jahre“, die Anfangszeit unter Gründer Friedrich Funder vielleicht ausgenommen. Unser Herausgeber Heinz Nußbaumer hat immer wieder den früheren Zeit-Verleger Gerd Bucerius zitiert, der über seine Zeitung gesagt hat: „Ein Blatt wie unseres ist immer gefährdet – schon seine Existenz ist ein glücklicher Zufall.“ Dies, so Nußbaumer, gelte auch für die FURCHE. Wohl wahr!

Dieser „glückliche Zufall“ hat Bestand: Im kommenden Jahr wird die FURCHE ihr 75-Jahr-Jubiläum feiern. Unsere Zeitung ist somit knapp halb so alt, wie unser Mutterkonzern (seit 1976), die Styria Media Group, die heuer im Herbst ihren 150. Geburtstag begeht.

Orientierung, Vertrauen, Gemeinschaft

Die genetische Grundausstattung der FURCHE, ihr publizistischer Auftrag ist jenem der Styria durchaus verwandt: „Orientierung zu erleichtern, Vertrauen zu schaffen und Gemeinschaft zu unterstützen“, so formuliert das Medienhaus heute sein Programm (Mission Statement). Das hätte auch Funder gefallen – und es ist das, worum sich die FURCHE seit fast einem Dreivierteljahrhundert bemüht. Die konkrete Umsetzung, die Antworten, die wir auf die jeweiligen Zeitfragen zu geben versuchen, haben sich im Lauf der Jahre gewandelt – sie sind aber auch zur selben Zeit innerhalb der Redaktion immer wieder durchaus unterschiedlich ausgefallen. Auch heute ist das der Fall, und die Heterogenität der innerredaktionellen Meinungen findet auch auf unseren Leserbriefseiten ihren Niederschlag.

Nach 18 Jahren verlasse ich die FURCHE, um mich im Herbst neuen journalistischen Aufgaben zuzuwenden. Die vorliegende Ausgabe ist die letzte, die unter meiner Verantwortung erscheint. Es waren durchaus spannende, bewegte, auch sehr herausfordernde Jahre. Im Unterschied zu anderen Zeitungen gab es für die FURCHE kaum je wirklich „goldene Jahre“, die Anfangszeit unter Gründer Friedrich Funder vielleicht ausgenommen. Unser Herausgeber Heinz Nußbaumer hat immer wieder den früheren Zeit-Verleger Gerd Bucerius zitiert, der über seine Zeitung gesagt hat: „Ein Blatt wie unseres ist immer gefährdet – schon seine Existenz ist ein glücklicher Zufall.“ Dies, so Nußbaumer, gelte auch für die FURCHE. Wohl wahr!

Dieser „glückliche Zufall“ hat Bestand: Im kommenden Jahr wird die FURCHE ihr 75-Jahr-Jubiläum feiern. Unsere Zeitung ist somit knapp halb so alt, wie unser Mutterkonzern (seit 1976), die Styria Media Group, die heuer im Herbst ihren 150. Geburtstag begeht.

Orientierung, Vertrauen, Gemeinschaft

Die genetische Grundausstattung der FURCHE, ihr publizistischer Auftrag ist jenem der Styria durchaus verwandt: „Orientierung zu erleichtern, Vertrauen zu schaffen und Gemeinschaft zu unterstützen“, so formuliert das Medienhaus heute sein Programm (Mission Statement). Das hätte auch Funder gefallen – und es ist das, worum sich die FURCHE seit fast einem Dreivierteljahrhundert bemüht. Die konkrete Umsetzung, die Antworten, die wir auf die jeweiligen Zeitfragen zu geben versuchen, haben sich im Lauf der Jahre gewandelt – sie sind aber auch zur selben Zeit innerhalb der Redaktion immer wieder durchaus unterschiedlich ausgefallen. Auch heute ist das der Fall, und die Heterogenität der innerredaktionellen Meinungen findet auch auf unseren Leserbriefseiten ihren Niederschlag.

Die genetische Grundausstattung der FURCHE, ihr publizistischer Auftrag ist jenem der Styria durchaus verwandt.

Auch dies indes ist nichts Neues, wie ein Blick in alte Jahrgangsbände zeigt. „Innerhalb einer Generallinie bemüht sich die Redaktion der FURCHE als Ausdruck der Liberalität möglichst viele Stimmen […] zu Wort kommen zu lassen“, schrieb etwa 1969 Willy Lorenz, der damalige Herausgeber und Chefredakteur sowie Generaldirektor des früheren Eigentümerverlags Herold. Auch in inhaltlich-programmatischer Hinsicht gilt: einfach war es nie – langweilig freilich ebensowenig.

Zeitaufgeschlossenheit

Zwei große Jubiläen durfte ich mit meinem Team gestalten: zum 60. und zum 70. Geburtstag der FURCHE. Die beiden Ausgaben, die zu diesen Anlässen entstanden sind, spiegeln auf je ihre Weise die große Tradition und den Anspruch dieser Zeitung wider. Im einen Fall sollten 60 Köpfe, die in irgendeiner Weise mit der FURCHE verbunden waren, die Vielfalt und Breite dessen, wofür die Zeitung steht, veranschaulichen: von A wie Ilse Aichinger bis W wie Karol Wojtyła (Johannes Paul II.). Die 70-Jahr-Ausgabe spürte anhand von sieben Grundvollzügen menschlichen Lebens (Kämpfen, Lieben, Verstehen, Bewegen, Glauben, Stören, Arbeiten) den großen Fragen der Zeit nach. Ganz im Sinne Funders, der sich dieses „katholische Blatt für die Weltleute“ (so schrieb er in seinem Testament) stets „zeitaufgeschlossen“ dachte.

Zu dieser „Zeitaufgeschlossenheit“ zählt heute auch, sich die digitale Welt für seine Inhalte, seine Orientierungsangebote zu erschließen. Die FURCHE steht diesbezüglich unmittelbar in einem großen und spannenden Prozess, den meine Nachfolgerin Doris Helmberger, eine meiner Wegbegleiterinnen seit 18 Jahren, in gute Bahnen lenken wird. Bleiben Sie, liebe Leserinnen und Leser, der FURCHE auch unter ihrer Führung gewogen! Ich danke Ihnen für Ihr Interesse, Ihr Lob und auch Ihre kritische Auseinandersetzung mit der FURCHE im Allgemeinen wie mit meinen Beiträgen im Speziellen! Leben Sie wohl!