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Bildung

Limitierte Plätze und mehr Geld für die Unis

1945 1960 1980 2000 2020
1945 1960 1980 2000 2020

"Man fragt sich: Wo bleiben die Lehren aus der Geschichte? Warum wird das so wenig reflektiert? Klar ist: Das ist nicht meine Welt."

244 Studierende je Professor: Mit diesem Betreuungsverhältnis hat die Wirtschaftsuni Wien die "rote Laterne" unter Österreichs Hohen Schulen. Zwar sind hier alle inskribierten Studierenden eingerechnet, auch jene, die de facto nicht studieren. Doch auch der Blick auf die "prüfungsaktiven", die pro Jahr zumindest 16 ECTS-Punkte (European Credit Transfer System) sammeln, sieht nicht rosig aus: Auch hier ist an der WU ein Professor noch für 142 Studierende zuständig -und eine Lehrperson immerhin für 21.

Seit Jahren fordern Österreichs Rektoren mehr Mittel bzw. die Möglichkeit, die Zahl der Studienplätze zu limitieren. In einem ersten Schritt wurde im Juni 2017 im Nationalrat (mit den Stimmen von SPÖ, FPÖ, NEOS und Grünen) eine Aufstockung des Unibudgets von 9,73 auf 11,07 Milliarden Euro (für die Jahre 2019 bis 2021) beschlossen. Bis zu 500 zusätzliche Professoren oder Assistenten sollen damit eingestellt werden. Damit verbunden war die Verpflichtung der Regierung, dem Parlament bis Ende Jänner 2018 einen Entwurf zur Studienplatzfinanzierung zuzuleiten.

Transparenz, Kapazitätsorientierung, Wettbewerb

Einen entsprechenden Vorschlag hat Wissenschaftsminister Heinz Faßmann Montag dieser Woche den Rektoren übermittelt (vgl. Kommentar S. 15). Mittwoch wurde der Entwurf zur "Universitätsfinanzierung neu" schließlich im Ministerrat beschlossen. So will man sich künftig vermehrt an der Zahl der aktiv Studierenden sowie der Studienplätze orientieren ("Kapazitätsorientierung"). Zudem sollen Unis umso mehr Geld erhalten, je mehr Drittmittel sie einwerben und je zügiger die Studien beendet werden bzw. je mehr Absolventen es gibt ("mehr Wettbewerb").

Auch neue Zugangsregeln soll es ab Herbst 2019 geben: Wie schon in Human-,Zahn-und Veterinärmedizin, Architektur, Biologie, Psychologie, Informatik, Wirtschaftswissenschaften, Pharmazie und Publizistik sollen die autonomen Unis auch in Jus, Erziehungswissenschaften und Fremdsprachen die Studienplätze auf bestimmte Mindestzahlen beschränken können. Ziel ist es, die Studienbedingungen zu verbessern und die Dropout-Rate (in Jus etwa 72 Prozent!) zu senken. Im Fach Informatik soll es 300 zusätzliche Plätze geben. Neu ist auch die Möglichkeit, standortbezogene Beschränkungen einzuführen. Außerdem können die Unis in allen Studien "Eignungs-Feedbacks" vorsehen (etwa in Form von Motivationsschreiben oder Online-Assessments), die zwar bewertet werden, für die Zulassung aber nicht entscheidend sind.

Oliver Vitouch, stellvertretender Vorsitzender der Universitätenkonferenz (uniko), sieht die Pläne zur neuen Universitätsfinanzierung als "großen Schritt" - auch wenn man noch die gesetzlichen Details abwarten müsse. Der bisherige Universitätszugang sei "von einer vermeintlich hohen Freiheit, aber auch von hoher Beliebigkeit geprägt gewesen". Die NEOS zeigen sich "vorsichtig positiv", vermissen aber einen Ausbau des Stipendiensystems. Kritik kommt von SPÖ und Hochschülerschaft, die "sozial selektive Zugangsbeschränkungen" orten. Die SPÖ warnt zudem vor der Kürzung von bis zu 15.000 Studienplätzen.

"Man fragt sich: Wo bleiben die Lehren aus der Geschichte? Warum wird das so wenig reflektiert? Klar ist: Das ist nicht meine Welt."

244 Studierende je Professor: Mit diesem Betreuungsverhältnis hat die Wirtschaftsuni Wien die "rote Laterne" unter Österreichs Hohen Schulen. Zwar sind hier alle inskribierten Studierenden eingerechnet, auch jene, die de facto nicht studieren. Doch auch der Blick auf die "prüfungsaktiven", die pro Jahr zumindest 16 ECTS-Punkte (European Credit Transfer System) sammeln, sieht nicht rosig aus: Auch hier ist an der WU ein Professor noch für 142 Studierende zuständig -und eine Lehrperson immerhin für 21.

Seit Jahren fordern Österreichs Rektoren mehr Mittel bzw. die Möglichkeit, die Zahl der Studienplätze zu limitieren. In einem ersten Schritt wurde im Juni 2017 im Nationalrat (mit den Stimmen von SPÖ, FPÖ, NEOS und Grünen) eine Aufstockung des Unibudgets von 9,73 auf 11,07 Milliarden Euro (für die Jahre 2019 bis 2021) beschlossen. Bis zu 500 zusätzliche Professoren oder Assistenten sollen damit eingestellt werden. Damit verbunden war die Verpflichtung der Regierung, dem Parlament bis Ende Jänner 2018 einen Entwurf zur Studienplatzfinanzierung zuzuleiten.

Transparenz, Kapazitätsorientierung, Wettbewerb

Einen entsprechenden Vorschlag hat Wissenschaftsminister Heinz Faßmann Montag dieser Woche den Rektoren übermittelt (vgl. Kommentar S. 15). Mittwoch wurde der Entwurf zur "Universitätsfinanzierung neu" schließlich im Ministerrat beschlossen. So will man sich künftig vermehrt an der Zahl der aktiv Studierenden sowie der Studienplätze orientieren ("Kapazitätsorientierung"). Zudem sollen Unis umso mehr Geld erhalten, je mehr Drittmittel sie einwerben und je zügiger die Studien beendet werden bzw. je mehr Absolventen es gibt ("mehr Wettbewerb").

Auch neue Zugangsregeln soll es ab Herbst 2019 geben: Wie schon in Human-,Zahn-und Veterinärmedizin, Architektur, Biologie, Psychologie, Informatik, Wirtschaftswissenschaften, Pharmazie und Publizistik sollen die autonomen Unis auch in Jus, Erziehungswissenschaften und Fremdsprachen die Studienplätze auf bestimmte Mindestzahlen beschränken können. Ziel ist es, die Studienbedingungen zu verbessern und die Dropout-Rate (in Jus etwa 72 Prozent!) zu senken. Im Fach Informatik soll es 300 zusätzliche Plätze geben. Neu ist auch die Möglichkeit, standortbezogene Beschränkungen einzuführen. Außerdem können die Unis in allen Studien "Eignungs-Feedbacks" vorsehen (etwa in Form von Motivationsschreiben oder Online-Assessments), die zwar bewertet werden, für die Zulassung aber nicht entscheidend sind.

Oliver Vitouch, stellvertretender Vorsitzender der Universitätenkonferenz (uniko), sieht die Pläne zur neuen Universitätsfinanzierung als "großen Schritt" - auch wenn man noch die gesetzlichen Details abwarten müsse. Der bisherige Universitätszugang sei "von einer vermeintlich hohen Freiheit, aber auch von hoher Beliebigkeit geprägt gewesen". Die NEOS zeigen sich "vorsichtig positiv", vermissen aber einen Ausbau des Stipendiensystems. Kritik kommt von SPÖ und Hochschülerschaft, die "sozial selektive Zugangsbeschränkungen" orten. Die SPÖ warnt zudem vor der Kürzung von bis zu 15.000 Studienplätzen.