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Bahn frei für mehr Bahn

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Traivelling Elias Bohun Matthias Bohun - © Foto: Elias Bohun

Klimafreundlich reisen: Die Bahn-Checker

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Neue Internetplattformen könnten helfen, den Zug als nachhaltige Alternative zu Flugreisen zu etablieren. Zu Besuch bei einem Start-up-Gründer in Wien.

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Neue Internetplattformen könnten helfen, den Zug als nachhaltige Alternative zu Flugreisen zu etablieren. Zu Besuch bei einem Start-up-Gründer in Wien.

Wien und Lissabon trennen 2300 Kilometer Luft­linie. Sie am 1. August mit dem Flugzeug zurückzulegen, so zeigt es die Buchungsplattform „Checkfelix“, kostet 163 Euro und dauert drei Stunden und 35 Minuten. Vergleichen lässt sich dieses Ergebnis auf einer Vielzahl anderer Plattformen. Doch auf keiner sieht man die Klimafolgen des Fluges. CO₂, Stickoxide und Feinstaub in höheren Schichten sind dort um ein Vielfaches schädlicher als in Bodennähe. Berechnet man diesen Faktor mit ein, stößt der Flug Wien–Lissabon 840 Kilogramm CO₂-Äquivalente aus. Mit dem Zug würde man nur elf Kilogramm emittieren.

Die EU-Kommission will die verkehrs­bedingten Treibhausgasemissionen bis 2050 um 60 Prozent verringern. Dafür soll ein Großteil der Europäer für mittlere und längere Reisen den Zug wählen. Verbindungen suchen, Preise vergleichen und Tickets online buchen, wie sie es bei Flugreisen tun würden, können sie nicht. Warum?

Vietnam über den Landweg

30 Länder mit staatlichen Anbietern und unabhängigen Betreibern, jeweils eigenen Fahrplänen, Apps und Buchungsplattformen in den Landessprachen machen es Verbrauchern schwer. Damit Vergleichsplattformen entstehen können, müssten Bahnbetreiber aktuelle Daten, etwa zu Abfahrtszeiten oder Ticketpreisen, freigeben. Nur weil Airlines dies getan haben, konnten Plattformen wie „Checkfelix“ erst entstehen. Bahnbetreiber tun dies allerdings noch nicht.

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