SAID - © Foto: Friedrich, Brigitte / SZ-Photo / picturedesk.com

SAID: „angst und worte“

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Vor einem Jahr ist der Lyriker SAID überraschend gestorben. Nun sind seine Erinnerungen an die Kindheit erschienen, kurze Prosastücke, die auch iranische Geschichte erzählen.

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Vor einem Jahr ist der Lyriker SAID überraschend gestorben. Nun sind seine Erinnerungen an die Kindheit erschienen, kurze Prosastücke, die auch iranische Geschichte erzählen.

Als vergangenes Jahr bekannt wurde, dass der Dichter SAID in seinem Wohnort München gestorben war, konnte man sich nicht vorstellen, dass seine Stimme nun nicht mehr zu hören ist, mit der er stets so leidenschaftlich erzählte, lachend und weinend und währenddessen immer wieder Tee einschenkend. In „ein vibrierendes kind. erinnerungen an eine persische kindheit“, jenem nun postum veröffentlichten Buch über seine Kindheit und die Beziehung zu seinem Vater, meint man SAIDs Stimme wieder zu hören. Es sind knappe Episoden, Bilder, Szenen, die er darin entwirft, und in ihnen ist so viel enthalten, auch dieses Lachen, aber mehr noch das Weinen, das unvermittelt beim Erzählen aus ihm brechen konnte und das er dann auch zuließ.

Erinnerungsbilder

Es gäbe auch viel zu weinen, mit Blick auf seine Kindheit. In „Landschaften einer fernen Mutter“ hat SAID bereits 2001 von der Suche nach seiner Mutter erzählt, die ihn mit 14 Jahren in Teheran auf die Welt gebracht hatte. Die Eltern waren bei seiner Geburt bereits geschieden, die Ehe hatte 41 Tage gedauert. SAID wuchs bei seinem Vater auf, der aber als Offizier der Armee viel unterwegs war, weswegen die Großmutter und diverse Tanten und eine „Halbmutter“ (die spätere Frau des Vaters) sich um das Kind kümmerten, das seinerseits sehnsüchtig den Vater erwartete und ihn, wenn er dann endlich einmal zuhause war, sogar bis vor die Toilette begleitete, wo es vor der Tür Wache hielt.

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