In Sorge um die Kirche

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Wie wird es nach dem Tod von Benedikt XVI. mit der katholischen Kirche weitergehen? Persönliche Gedanken.

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Wie wird es nach dem Tod von Benedikt XVI. mit der katholischen Kirche weitergehen? Persönliche Gedanken.

Natürlich, da wären auch andere wichtige Themen, allen voran die akuten „Wasserschäden“ in vielen Demokratien – in Washington, Jerusalem, Brasília, Wien und anderswo.

Und doch: Auch nach Ende des „Doppel-Papsttums“ fällt mein besorgter Blick zunächst auf das Zentrum der katholischen Christenheit. Denn weit früher als erwartet scheint Joseph Ratzingers „Schattenfraktion“ entschlossen zu sein, der starken Symbolkraft vom dreifach versiegelten Sarg Benedikts rasch ihre ungebrochene Dynamik entgegenzusetzen.

Und das zu einer Zeit, die nicht brisanter sein könnte. Steht doch die (noch immer) weltgrößte Religionsgemeinschaft vor Entscheidungen von historischer Sprengkraft. Dabei ist klar: Wenn die römische Kirche nicht ihren totalen Niedergang riskieren will, muss jetzt gehandelt werden. Nur: Wie – und wohin? Das Zeitfenster für Reformen – bis zu den Weltbischofssynoden 2023/24 – ist klein geworden. Kurz zur Ausgangslage:

• Ja, es gibt wieder den einen Papst, gut so. Doch er ist geschwächt und hat – auch aus Rücksichtnahme – viel an Magie eingebüßt. Mit dem Reformgeist der Konzilsgeneration kann er – 60 Jahre nach dem Zweiten Vatikanum – nicht mehr rechnen. Und der Appell von Kardinal König und Co, mehr überzeugende lebensnahe Laien in den Vordergrund zu stellen, ist überhört worden.


Mauern und Spaltung

• Wo sich zwei Päpste zuletzt um ein gepflegtes Nebeneinander mühten, macht der aktuelle Synodale Prozess („Miteinander-Gehen und Aufeinander-Hören“) die intern bestehenden Differenzen und Brüche überdeutlich. Und er zeigt auch, wie hoch die Mauern sind, die innerkirchlich niederzureißen wären: Mauern im Leben von Priestern und gläubigem Volk; Mauern der Ungleichheit von Frauen und Männern; Mauern im Bereich von Partnerschaft und Sexualität usw. Wer aber hat die Kraft zur Meinungsführerschaft: Der karge junge Klerus? Die frustrierten Laien? Die gespaltene Hierarchie?

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