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Wie ein Königsdramä Shakespeares

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Der 20. Juli vor 40 Jahren, als Stauffenberg neben Hitler die Bombe explodieren ließ, war ein fast wolkenloser Sommertag in ganz Europa. Bei Narvva im Osten drangen Panzerrudel der Roten Armee durch die deutschen Stellungen und sägten die finnische und deutsche Front auseinander. Zwei Tage vorher war Bialy-stok gefallen und Adolf Hitler hatte sich schleunigst von Berchtesgaden ins Hauptquartier bei Rastenburg begeben, um einer Panik in Ostpreußen entgegenzuwirken. Im Südabschnitt waren die Russen nicht mehr weit von Rumänien entfernt, auf Kreta standen tiO.OOO Deutsche, deren Position immer unhaltbarer wurde. In Italien hielten die Kämpfe um Pisa an, in Frankreich verlief die Front noch immer quer durch die Normandie. Rund um Wien bombardierte die 15. US-Luftflotte Treibstoffziele. Vor vier Tagen hatte ein Verband den 2. und 20. Bezirk angegriffen, während unter den Trümmern St. Pöltens weitere 100 Tote gefunden wurden. Richard Strauss schrieb an seinem Epilog zur „Daphne“, nachdem die großen Wiener Feierlichkeiten anläßlich seines 80. Geburtstages abgeklungen waren.

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Der 20. Juli vor 40 Jahren, als Stauffenberg neben Hitler die Bombe explodieren ließ, war ein fast wolkenloser Sommertag in ganz Europa. Bei Narvva im Osten drangen Panzerrudel der Roten Armee durch die deutschen Stellungen und sägten die finnische und deutsche Front auseinander. Zwei Tage vorher war Bialy-stok gefallen und Adolf Hitler hatte sich schleunigst von Berchtesgaden ins Hauptquartier bei Rastenburg begeben, um einer Panik in Ostpreußen entgegenzuwirken. Im Südabschnitt waren die Russen nicht mehr weit von Rumänien entfernt, auf Kreta standen tiO.OOO Deutsche, deren Position immer unhaltbarer wurde. In Italien hielten die Kämpfe um Pisa an, in Frankreich verlief die Front noch immer quer durch die Normandie. Rund um Wien bombardierte die 15. US-Luftflotte Treibstoffziele. Vor vier Tagen hatte ein Verband den 2. und 20. Bezirk angegriffen, während unter den Trümmern St. Pöltens weitere 100 Tote gefunden wurden. Richard Strauss schrieb an seinem Epilog zur „Daphne“, nachdem die großen Wiener Feierlichkeiten anläßlich seines 80. Geburtstages abgeklungen waren.

Über den 20. Juli 1944, seine Vorgeschichte und seine grausige Vergeltung sind viele Bücher und Artikel geschrieben worden, darunter ein Werk, das den 20. Juli dn Wien zum Inhalt hat. Auch die Radio- und Fernsehstationen Europas haben sich in Reminiszenzen erschöpft. Es erscheint daher interessant, diesmal nur jene Vorkommnisse herauszugreifen, die bis jetzt wenig beachtet worden sind, aber nichtsdestoweniger ein eigenartiges, aufklärendes Licht auf die Sache werfen und darüber hinaus allgemein gültigen Geschichtswert haben. Das heißt, daß sie in ähnlicher Form bei früheren und späteren Ereignisse dieser Art auftraten. Zunächst muß festgestellt werden, daß der Umsturzversuch des 20. Juli mit der österreichischen Widerstandsbewegung nichts gemein hatte, wenngleich sioh einige Kontakte ergaben und die Verfolgung dann beide Kreise traf. Die atmosphärischen Ursprünge der Verschwörung lagen ausschließlich im Wilhelminischen Deutschland und in der Weimarer Republik begründet, in der Reichswehr sowie im norddeutschen Großgrundbesitz. Hinzu trat ein starkes protestantisches Moment und etwas später auch eine katholische Richtung, die aber mit dem öserreichischen Katholizismus keinerlei Berührungspunkte aufwies. Aber selbst für die deutsche Untergrund-Opposition gegen Hitler kann die Verschwörung nicht als ausschließliches Symbol gelten, denn sie unterschied sich in ihrer Art grundlegend von allen anderen Gruppierungen, denen sie in den meisten Fällen bis zum 20. Juli 1944 so gut wie unbekannt war. Ihre Stärke lag einfach darin, daß sie eine Elite umfaßte, die selbst von Hitler und seinen Paladinen lange Zeit mit mißtrauischer Ohnmacht bestaunt wurde. Hingegen ging ihr die Beziehung zu breiten Volksschichten völlig ab, obwohl sie sich darum bemühte. Der Saohe selbst wäre das auch gar nioht von Nutzen gewesen, im Gegenteil, die Schergen hätten in diesem Fall viel früher zugeschlagen. Die Auslandsbeziehungen der Verschwörer bildeten ein weiteres Moment, das sie von anderen Widerständlern unterschied und das auf die Hitlerleüte faszinierend wirkte. Hiebai handelte es sich nicht um Agentenverbindungen wie die „Rote Kapelle“ oder um Partisanenkontakte, wie etwa jene zwischen Österreich und Jugoslawien, sondern um Gesprächspartner mit politischer Handlungsfreiheit. Der Patriotismus der Verschwörer und ihre daraus resultierenden irrealen Forderungen verscheuchten diese Partnerschaft immer wieder, was die Hitlerleute lange Zeit nicht glauben wollten. Hatten sie doch mit Rudolf Heß ihrerseits ähnliche Illusionen gehegt und sich trotz des Fehlschlages der Mission ihres Führers'tell-vertreters nicht eingestanden, daß niemand verhandeln wollte, solange das Dritte Reich bei Kräften schien. Das war auch der Irrtum der Verschwörer, wenigstens bis zum Invasionstag am 4. Juni 1944 gewesen. Erst die geglückte Landung der Alliierten vermochte einen Ausspruch zu verdeutlichen, den Generaloberst Ludwig Beck als künfti-

ges deutsches Staatsoberhaupt einige Woche vorher getan hatte: „Auch wir werden nicht um die unselige Forderung der Alliierten, die bedingungslose Kapitulation, herumkommen.“ Am tiefsten war Claus Schenk Graf von Stauffenberg von der In-vasionsnachrioht betroffen. Er schickte den Grafen Lehndorff, in dessen ostpreußischem Schloß der Reichsaußenminister von Ribbentrop sein Feldquartier aufgeschlagen hatte, zu einem der Erzväter der Verschwörung, nämlich zu General Henning von Tresckow. Lehndorff sollte anfragen, ob Attentat und Umsturzplan jetzt, nach der alliierten Landung in der Normandie, überhaupt noch sinnvoll seien. Tresckow erklärte daraufhin dezidiert, daß das Attentat auf Hitler erfolgen und selbst bei dessen Meßlingen in Berlin losgeschlagen werden müsse. Es käme nämlich nicht mehr auf den praktischen Zweck an, sondern nur darauf, daß die deutsche Widerstandsbewegung vor der Welt und vor der Geschichte den entscheidenden Wurf gewagt habe. Tresckow, Lehndorff und Stauffenberg bekannten sioh in der Folge zu dieser Ansicht und bezahlten hiefür mit ihrem Leben auf entsetzliche Weise. Auch Beck schreckte die Erkenntnis der Realitäten nicht vor dem Umsturzversuch und dem Tod.

Aber zunäohst, im Mai 1944, stellte sich Stauffenberg unter dem „praktischen Zweck“ des Unternehmens noch etwas anderes vor. Die der GESTAPO in die Hände gefallenen Unterlagen des Hauptmannes Kaiser enthalten 11 Verhandlungsbedingungen Staufenbergs für ein Waffen-stillstandsgespräeh mit den Engländern und den Amerikanern. Die wichtigsten Punkte daraus sind die Einstellung des Luftkrieges, der Invasionsvorbereitungen, die Aufrechterhaltung einer Ostfront entlang der Grenzen von 1914, der Verzicht auf jedweden alliierten Besetzungsversuch, das Verbleiben Österreichs und der Sudetenländer bei Deutschland sowie die Gewinnung Südtirols, während sogar für Elsaß-Lothringen nur eine weitgehende Autonomie angeboten wurde. Auch die Abrechnung mit dem Nationalsozialismus wollte Stauffenberg ohne auswärtige Einmischung vornehmen und mit dem Versprechen, eine freie Regierung auf Grund einer selbstgewählten Verfassung zu etablieren, war nicht, einmal die Zusage für einen demokratischen Parteienstaat westlicher Prägung verbunden. Angesichts der militärischen Situation in Europa war damit auch nicht die Ausgangsbasis für eine deutsch-allierte Diskussion gegeben, zumal sich die Westmächte gemeinsam mit der Sowjetunion bezüglich ihrer Kriegsziele wiederholt öffentlich festgelegt hatten.

Wie sah es nun mit den Kontakten nach drüben aus, mit denen die Verschwörer tatsächlich besser, wenn auch nioht in ausreichendem Maß versehen waren als die Nazis mit ihren diplomatischen Vertretungen im neutralen Ausland und ihren Spezialfühlern in Schweden, in der Schweiz oder in Südamerika?

Einige Begegnungen prominenter Verschwörer mit Persönlichkeiten der späteren Feindseite fanden noch

in der Friedenszeit statt, wie etwa die Zusammenkünfte W. S. Churchills mit Carl Friedrich Goerdeler, Ewald von Kleist und Fabian von Schlabrendorff. Hinzu kamen die verwandtschaftlichen Bindungen einiger Verschwörer zur englischen Aristokratie. Relativ zahlreich wa-

ren die Kontakte der Abwehrorganisation im Oberkommando der Wehrmacht mit untergeordneten ausländischen Gewährsmännern, wofür Admiral Wilhelm Canaris und Generalmajor Hans Oster für entsprechende Papiere, Fahrbefehle und Transportmittel sorgten. Weiters die Plattform des Weltkirchenrates mit seinem Genfer Sekretariat, wobei das Treffen deuscher und englischer Theologen in Schweden anno 1942 besonders genützt werden konnte. Ein Sonderkapitel stellen die Bemühungen des ehemaligen Botschafters in Italien, Ulrich von Hassel dar, die ihn während des Krieges in die Schweiz führten, 3esgl eichen die Tätigkeit des GESTAPO- und Abwehrspezialisten Hans-Bernd Gisevius, die sich teils in der Schweiz, teils in Berlin abspielte. Schließlich die Rolle, die Otto John als Vertreter der Deutschen Lufthansa in Madrid zu übernehmen vermochte und die ihn während des Staatsstreichversuches am 20. Juli 1944 nach Berlin verschlug. Außer Sehlabrendorff, Gisevius und John haben alle Verbindungsbeauftragten der Verschwörer ihr Leben eingebüßt, ohne vorher greifbare Ergebnisse zu erzielen. Sicher ist ledig-•lich, daß sich das britische Kabinett und der US-Geheimdienstchef Allan Dulles mit ihren Vorschlägen beschäftigten. Aber der Westen forderte stets den Nachweis der gelungenen Machtübernahme, bevor er aus seiner Reserve heraustreten wollte, vermutete wohl auch mitunter eine Falle Himmlers.

Letztgenannter Argwohn schoß weit übers Ziel! Freilich, ganz von der Hand war zumindest das Mithören des Reichsführers-SS nicht zu weisen, denn die Verschwörer konnten sich nicht immer nach allen Richtungen hin hermetisch abgrenzen. Sie bewegten sich vielmehr in einer Art Halblegalität, wie dies bei höher gestellten Personen dn einer Diktatur öfter, wenn auch zeitlich begrenzt, toleriert wird. Das heißt, der einfache Volksgenosse des Dritten Reiches mußte für ähnliche Verhaltensweisen sofort mit dem Scharfrichter oder dem KZ-Kapo rechnen, während auf Verschwörer-ebene ein Rest freier Meinungsäußerungen und Bewegungsmöglich-keit belassen war. Dies entsprach dem Rang und Stand der Betreffenden, an die sich das braune Regime stetig, aber sehr vorsichtig und langsam heranschob. Erst in der letzten Phase ging es hart auf hart, die Zerschlagung der Abwehr des Oberkommandos zugunsten des SD mag dafür als Beispiel gelten.

Kehren wir einen Augenblick lang zum Beginn der NS-Zeit zurück, so finden wir bereits einige der späteren Verschwörer um den pommerischen Gutsbesitzer Ew,ald von Kleist geschart. Hindenburg deckte diese Leute in ein paar Fällen, die

braune Mordserie anläßlich des Röhm-Massakers räumte einige von ihnen beiseite. Aber es blieben noch genug Freunde in besonderen Positionen des preußischen Verwaltungsapparates übrig, selbst nationalsozialistische Funktionäre legten Wert auf kameradschaftlichen Verkehr. Papens Botschaft in Wien muß damit in Zusammenhang gebracht werden, weil sich hier am besten zeigt, wie deutsche Nazis und Anti-nazis gelegentlich auch gemeinsam marschieren konnten. Außerdem flackerte die Idee einer Bekehrung Hitlers zum Rechtsstaatsgedanken mehrmals auf. Dann allerdings kamen die Generalstabskrisen der Jahre 1937 und 1938, in deren Verlauf sich der Leipziger Oberbürgermeister Goerdeler zu einem Bindeglied zwischen militärischen und zivilen Malkontenten entwickelte. Während der Anschlußereignisse wurden abermals Untergebene Papens getötet, ohne daß Letztgenannter deshalb von Hitler abrückte. Mehrere hohe Militärs erwogen an-serseits Putsohpläne mit einer Verhaftung Hitlers, die zur Zeit der Sudetenaffäre und im ersten Kriegswinter aktuell wurden. Merkwürdig, daß die Generalstabschefs und ihre Mitarbeiter, diverse Truppenkommandeure, ja sogar der Oberbefehlshaber Walter von Brauchitsch und hervorragende Geister des zivilen Lebens in Konferenzen, Salons und Klubs derartige Dinge zu diskutieren wagten, ohne um ihr Leben zu bangen. Goerdeler und andere begannen Denkschriften abzufassen und Unterlagen vorzubereiten, deren Inhalt mehr als brisant werden konnte. Sogar Papst Pius XII. wurde mit einer solchen Schrift bedacht. Man fühlte sich eben immer noch genügend abgesichert und in theoretische Erörterungen versponnen,

die man jederzeit ableugnen zu können glaubte. Tatsächlich geschah auch nichts, der Führer eilte vielmehr von Sieg zu Sieg, und zwar mit Hilfe mancher, die ihm insgeheim gar nioht gewogen waren.

Die ersten Attentate

Die Lage änderte sioh, als die Siege aufhörten, Hitler und seine Parteigänger jedoch an Macht im Inneren Europas erst den Scheitelpunkt erreichten. Die Verschwörung gewann klare Konturen, wobei die Beteiligten in das Ringen um die Gunst der frisch gebackenen Feldmarschälle eintraten. Die Voraussetzungen für ein Königsdrama Shake-spearesoher Prägung begannen sich abzuzeichnen, wiewohl es später nur einem Österreicher vorbehalten blieb, das Fernsehspiel „Der 21. Juli“ zu schreiben. Darin wird, entgegen der Wirklichkeit, angenommen, daß das Führerattentat geglückt sei, die Feldmarsohälle jedoch am nächsten Tag das braune Regime gewaltsam wieder hergestellt hätten. Der Gedankengang des Stückeschreibers gewinnt an Leuchtkraft, wenn man die Verhaltensweisen dieser Paladine Hitlers näher betrachtet. In jene Epoche fällt übrigens auch der Versuch, den Reichsführer-SS auf die Seite der Verschwörung zu ziehen. Himmler ließ sich auf Gespräche ein, von denen er, ebenso wie viele

andere Prominente, später behaupten konnte, er hätte dies nur getan, um Details des Komplotts zu erfahren. Jetzt erfolgten auch die ersten Verhaftungen und Strafversetzungen im inneren Kreis der Verschwörung, die sich bereits über deutsche Dienststellen in ganz Europa erstreckte sowie das Polizeipräsidium und das Reichskriminalamt in Berlin umfaßte. Ein österreichischer Jurist und Abwehrberater, ferner ein bekannter katholischer Rechtsanwalt aus München werden als erste geholt, die Verbindungsperson zum Weltkirchenrat folgt nach, bis Anfang 1944 der sogenannte Kreisauer Kreis an die Reihe kommt. Noch schützt der Offiziersrock alle seine Träger vor der GESTAPO, aber Himmler läßt Canaris wissen, daß ein militärischer Geheimbund vor der Aufdeckung stehe.

Schon früher, nämlich 1942, hatte Goerdeler gemeinsam mit den linken Flügelmännern der Verschwörung in Wien zu verhandeln begonnen. Im Folgejahr setzten sioh die Besprechungen fort, die jedoch weder bei den österreichischen Christlichsozialen noch bei den Sozialdemokraten des Untergrunds zum Erfolg führten, da bereits beide die Wiedererrichtung Österreichs anstrebten. Die Deutschen dachten, sie würden noch am ehesten mit Karl Seitz und dem inhaftierten Kurt von Schuschnigg ins reine kommen, aber auch diese Bemühung versandete.

1943 fanden die ersten mißglückten Attentatsversuche von Militärs auf Hitler statt. Nahezu gleichzeitig stieß Stauffenberg zum inneren Kreis der Verschwörer und zog nach den mißlungenen Anschlägen die Initiative an sich. Im Oberkommando der Wehrmacht hatten bereits Gesinnungsgenossen die Ausarbeitung des Planes „Walküre“ durchgesetzt, der den Offizieren weitgehende Handlungsfreiheit im Falle von Unruhen durch Fremdarbeiter und andere Elemente zusicherte. Diesen Plan wollten die Umsturzfreudigen mit der Tötung Hitlers koppeln, die Zusammenhänge aber zunächst verschleiern. Man billigte dem Diktator trotz der fortgeschrittenen Zeit noch immer solche Po-

pularität zu, daß man halb im Namen des soeben Beseitigten zu agieren entschlossen war. Also eine komplizierte Angelegenheit, die durch den Umstand nicht leichter wurde, demzufolge keine Alternativlösung oder Rückzugslinien bei Mißlingen der Aktion gefunden werden konnten.

Das Liebeswerben um Himmler war mittlerweile endgültig fehlgeschlagen. Wohl sah der Reichsführer-SS die dunkle Zukunft des Dritten Reiches vor Augen, bekannte sich aber dessenungeachtet zur Vernichtung des Christentums, wofür die Judenverfolgung eine Art Vorstufe bilden sollte, und zum Ausharren. Auch seine Hitlertreue oder -angst war nicht zu erschüttern. Anders verhielten sich die Marschälle. Sie ließen sich durchaus auf Debatten ein, schwankten jedoch auf erbärmliche Art zwischen wahren Erkenntnissen und Gunstbeweisen Hitlers und änderten ihre Meinungen von Tag zu Tag. Mit der Generalität war es nicht viel anders. Freilich, zu einer Anzeige oder zu kriegsgerichtlichem Vorgehen gegen die ränkeschmiedenden Offizierskameraden konnte sich niemand entschließen, die meisten verlegten sich aufs Zuschauen und aufs Hineingezogenwerden zu einem Termin, an dem die Sache bereits entschieden sein mußte.

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