Nach der Wahl_Kurz - © APA/Georg Hochmuth
Politik

"Inside Türkis": Im Fokus der "Herrlichen"

1945 1960 1980 2000 2020

Das neue Buch "Inside Türkis" von Klaus Knittelfelder und das bereits 2010 erschienene "Herrschaft und Herrlichkeit" von Giorgio Agamben thematisieren den Ausnahmezustand und seine Bedeutung für die Macht.

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Das neue Buch "Inside Türkis" von Klaus Knittelfelder und das bereits 2010 erschienene "Herrschaft und Herrlichkeit" von Giorgio Agamben thematisieren den Ausnahmezustand und seine Bedeutung für die Macht.

Spiegelt sich die Gegenwart in aktuellen Büchern? Bei zwei Werken scheint dies der Fall zu sein: Im ersten erfolgt es abstrakt, im zweiten konkret. In „Herrschaft und Herrlichkeit“ (2010) verweist der italienische Philosoph Giorgio Agamben auf Ursprung und Vollzug von Macht im Zeitraum der „Ausnahme“. Eine „Regierungsmaschine“ als Aufbau und Ablauf politischer Administration stehe dabei unter dem Zeichen von „auctoritas“ und „potestas“. Beides beziehe sich auf Liturgie und Effizienz. In aller Relevanz für das System der neuen Volkspartei als „Neuer Volkspartei“: für Agamben entscheidend ist die Umkehrung einer biblischen „Ökonomie des Geheimnisses“ in ein humanistisches „Geheimnis der Ökonomie“. Das Komplexe simpel erklärt: Im Fokus des „Herrlichen“ steht weniger das „Was“ als das „Wie“; weniger das Programm als der Prozess; weniger der „Herr“ als die „Herrschaft“.

Als hätte er eine Krise wie Corona antizipiert, bemüht Agamben dabei ein Gleichnis: Die Mechanik von Macht als Management und Marketing „funktioniert quasi als Theodizee, die in einer Herrschaft der Vorsehung eine Regierung des Schicksals legitimiert und garantiert“. Ein Schelm, wer hier und jetzt bei Schicksal nicht an Pandemie und bei Vorsehung nicht an Normalität denkt.