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Hilfe beim Sterben?

DISKURS

"Dialogforum Sterbehilfe": Zweifelhaftes und Unzweifelhaftes

1945 1960 1980 2000 2020

Im „Dialogforum Sterbehilfe“ haben Vertreter(innen) verschiedenster Organisationen und Religionsgemeinschaften strukturiert über das Thema Suizidbeihilfe beraten. Dennoch sind nach wie vor viele Fragen offen – und der Paradigmenwechsel wurde überdeutlich.

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Im „Dialogforum Sterbehilfe“ haben Vertreter(innen) verschiedenster Organisationen und Religionsgemeinschaften strukturiert über das Thema Suizidbeihilfe beraten. Dennoch sind nach wie vor viele Fragen offen – und der Paradigmenwechsel wurde überdeutlich.

Es sei ein „bestens vorbereiteter, strukturierter und sachlicher Austausch in wertschätzender Atmosphäre gewesen“: Mit diesen Worten zogen Stephanie Merckens als Vertreterin der Bischofskonferenz und Anna Parr, Generalsekretärin der Caritas Österreich, nach dem „Dialogforum“ im Justizministerium Bilanz. Über 30 Expertinnen und Experten hatten Ende April auf Einladung des Justizministeriums fünf Tage lang online darüber beraten, wie Österreich mit der Aufhebung des bisherigen Verbots von Hilfeleistung beim Suizid durch den Verfassungsgerichtshof umgehen solle. Denn die Zeit drängt: Bereits per 1. Jänner 2022 ist die bisherige Regelung Geschichte. Wird bis dahin keine neue gefunden, ist assistierter Suizid ohne Begrenzung erlaubt.

Die konzentrierte Onlinedebatte war ein Novum – und sie machte mancherlei deutlich. Zuvorderst, wie sehr sich seit der parlamentarischen Enquete „Würde am Ende des Lebens“ im Jahr 2014 in Österreich die Gewichte im Diskurs verschoben haben. In den damaligen 51 Empfehlungen, die einstimmig beschlossen worden waren, stand fast ausschließlich der Ausbau der Hospiz- und Palliativversorgung im Fokus (ein Punkt, der im Übrigen bis heute nicht umgesetzt ist). Festgestellt wurde nur, dass die Themen Suizidbeihilfe und Suizidprävention in Impulsreferaten erörtert worden waren. Das führte zwar schon damals zu Kritik von jenen, die eine Liberalisierung anstrebten. Doch das Motto von Kardinal König, wonach Menschen „an der Hand und nicht durch die Hand“ eines anderen Menschen sterben sollten, schien grundsätzlich bestimmend zu sein.

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